Bauanleitung Brunnen

Ein dekorativer Brunnen im eigenen Garten ist nicht nur eine optische Zierde, sondern auch überaus praktisch. Das Wasser aus dem Brunnen kann nämlich verwendet werden, um damit die Blumen und Pflanzen zu gießen oder auch um den Gartenteich zu speisen. Allerdings ist der Brunnenbau ein recht aufwändiges Projekt, das eine sorgfältigen Planung voraussetzt. Die nachfolgende Bauanleitung beschreibt daher zum einen, wie ein Brunnen gebaut werden kann, zum anderen aber auch, worauf es beim Brunnenbau zu achten gilt.

1. Schritt: die Planung des Brunnens

Bauanleitung BrunnenBevor überhaupt mit dem Bau eines Brunnens begonnen werden kann, müssen zwei Punkte geklärt sein. Zum einen muss der künftige Brunnenbesitzer wissen, an welcher Stelle auf dem Grundstück eine Wasserader verläuft und in welcher Tiefe sich diese befindet. Ob und wo Wasseradern vorhanden sind, kann durch Testbohrungen ermittelt werden. Deutlich einfacher und kostengünstiger ist es aber, einen Wünschelrutengänger zu beauftragen. Zum anderen muss der Grundstücksinhaber in Erfahrung bringen, ob er eine Genehmigung für seinen Brunnen benötigt. Je nach Gemeinde und Bundesland gelten hierbei unterschiedliche Richtlinien und diese müssen zwingend eingehalten werden.

 

2. Schritt: die Brunnenringe besorgen

Ist die rechtliche Seite geklärt und steht fest, wie tief der Brunnen werden wird, sollten die Brunnenringe besorgt werden. In der Praxis haben sich Brunnenringe bewährt, die 60cm hoch sind und einen Durchmesser von 100cm haben. Die Brunnenringe gibt es ohne und mit eingegossenen Steigeisen, wobei letztere Variante die bessere Wahl ist. Brunnenringe mit Steigeisen sind nur unwesentlich teurer, bieten aber den Vorteil, dass es im Bedarfsfall wesentlich einfacher und sicherer ist, in den Brunnen hinunterzusteigen. Wie viele Ringe benötigt werden, hängt natürlich von der geplanten Tiefe des Brunnens ab. Wird der Brunnen beispielsweise 8m tief, werden für den Brunnen selbst 16 Ringe benötigt. Zudem werden zwei bis drei weitere Ringe auf der Erdoberfläche positioniert. Die Brunnenringe werden übrigens deshalb schon im Vorfeld gekauft, weil der Brunnenbau so nur einen Tag in Anspruch nimmt. Dies wiederum wirkt sich sehr positiv auf die Gesamtkosten aus.

 

3. Schritt: den Brunnen bohren oder baggern

Ob der Brunnen gebohrt oder gebaggert wird, hängt in erster Linie davon ab, wie tief der Brunnen wird und welcher Untergrund vorliegt. Liegen beispielsweise Felsplatten im Untergrund, kann ein Bohrer an seine Grenzen stoßen, so dass dann nur der Bagger als Alternative bleibt. Bei einem sehr tiefen Brunnen und einem Untergrund ohne große Hindernisse hingegen wird der Bohrer die bessere Lösung sein. Grundsätzlich gilt aber, dass die Bohr- und Baggerarbeiten von jemanden ausgeführt werden sollten, der über entsprechendes Fachwissen verfügt. Versuchsbohrungen oder Selbstversuche mit einem großen Bagger können nicht nur sehr gefährlich, sondern auch sehr teuer werden. Wenn ein Brunnen gebohrt wird, sieht das so aus:

Der Brunnen wird nun zunächst so tief ausgehoben, bis die Wasserader erreicht ist und das Wasser beginnt, zu sprudeln. An diesem Punkt geht es dann noch einmal etwa einen Meter weiter nach unten. Dadurch ist sichergestellt, dass das Wasser nicht wieder abfließt.

 

4. Schritt: die Brunnenringe setzen

Ist das Loch für den Brunnen ausgehoben, werden die Brunnenringe gesetzt. Der wichtigste Ring ist dabei der erste Brunnenring, denn dieser muss exakt gerade stehen. Sitzt der erste Ring, werden die nächsten Ringe aufgesetzt. Hat der Turm aus Brunnenringen eine Höhe von etwa 3m erreicht, wird eine etwa 2m dicke Schicht Rollkies eingefüllt. Der Rollkies wirkt wie eine Art Filter und sorgt dafür, dass klares Wasser aus dem Brunnen gewonnen werden kann. Nach und nach werden dann alle Brunnenringe aufgesetzt. Anschließend wird der Rand wieder aufgefüllt. Hierfür kann das ausgehobene Erdreich verwendet werden. Der aufgefüllte Rand wird sich im Laufe der Zeit zwar etwas setzen und muss dann noch einmal aufgefüllt werden, allerdings würde es zu lange dauern und wäre zu aufwändig, jede aufgefüllte Baggerschaufel für sich zu verdichten.

 

5. Schritt: der optische Feinschliff

Damit Wasser aus dem Brunnen gefördert werden kann, wird eine Pumpe benötigt. Welche geeignet ist, hängt wieder von der Brunnentiefe und auch vom Budget ab. Der letzte Arbeitsschritt beim Brunnenbau besteht dann darin, die herausstehenden Brunnenringe zu gestalten. Diese können beispielsweise mit Feldsteinen ummauert oder auch einfach nur bunt bemalt werden. Wer eine rustikale Optik möchte, kann seinen Brunnen mit einem kleinen Dach und einer Umrandung ausstatten sowie Blumenkästen daran befestigen. Auf jeden Fall sollte der Brunnen aber mit einem Deckel ausgestattet werden, damit nichts und niemand hineinfallen kann.