Klimmzugstange selber bauen

Sport ist gesund und hält fit. Um sich regelmäßig auf den Weg ins Fitnessstudio zu machen, fehlen aber oft die Zeit und die Lust. Hinzu kommen die mitunter happigen Kosten. Insofern liegt es eigentlich nahe, das Fitnessstudio kurzerhand in die eigene Wohnung zu verlegen. Viel Equipment wird dafür nicht benötigt. Für Liegestütze reicht der Teppichboden aus, Sit-ups lassen sich mittels Stuhl oder Sofa realisieren.

Flaschen können zu Hanteln umfunktioniert werden und ein einfaches Springseil ist ein ideales Trainingsgerät, wenn es um die Ausdauer geht. Kommt dann noch eine Klimmzugstange dazu, ist das heimische Fitnesscenter komplett.

Eine Klimmzugstange selber bauen?

Natürlich kann sich der handwerklich begabte Sportsfreund eine Klimmzugstange selber bauen. Viel mehr als ein stabiles Rohr, beispielsweise ein ¾” Wasserrohr, und zwei Flacheisen braucht es dafür nicht. Allerdings muss der Sportsfreund ein Schweißgerät haben und schweißen können oder zumindest jemanden kennen, der die Schweißarbeiten für ihn erledigen kann. Die beiden Flacheisen müssen nämlich mit dem Rohr verschweißt werden. Und die Schweißung muss fachmännisch ausgeführt sein, denn sonst hält die Konstruktion nicht. Die Einzelteile mit Schrauben zu verbinden, würde ebenfalls nicht funktionieren, denn dies würde das Material zu sehr schwächen. Die fertige Konstruktion wird dann über die Flacheisen an die Wand gedübelt.

Insgesamt macht es aber wenig Sinn, eine Klimmzugstange selber zu bauen. Gute Modelle sind schon für relativ kleines Geld zu haben und die gekauften Varianten sind einfach sehr viel stabiler und sicherer als irgendwelche laienhaften Selbstbauten. Selbst die allerbeste und hochwertigste Klimmzugstange bringt allerdings nichts, wenn sie nicht richtig befestigt ist. Deshalb sollte der Sportsfreund gut überlegen, wo ein geeigneter Platz für seine Klimmzugstange ist und welche Befestigung in Frage kommt.

 

Die Montage der Klimmzugstange – an der Wand

Klimmzugstange selber bauen

Die Klimmzugstange an der Wand zu befestigen, ist grundsätzlich eine solide Lösung. Vorausgesetzt, die Wand ist stabil und tragfähig genug. Ideal ist eine Betonwand, denn sie steckt die Belastungen, die beim Gebrauch der Klimmzugstange auf sie einwirken, problemlos weg. Auch eine Wand aus robusten Ziegelsteinen eignet sich als Befestigungsfläche. Hier ist aber wichtig, tief in die Ziegeln hineinzubohren. Dübel und Schrauben müssen nämlich in den Ziegelsteinen verankert werden. Es reicht nicht, wenn die Klimmzugstange nur in Fugen oder im Putz hängt. Besteht die Wand aus einem Ständerwerk aus Holzbalken und sind die Holzbalken tragfähig genug, wäre auch dort eine Befestigung möglich. Ist nicht klar, was sich hinter dem Putz verbirgt oder handelt es sich um eine Leichtbauwand aus Rigipsplatten, kann die Klimmzugstange hier nicht befestigt werden.

Klimmzugstangen werden meist mit Befestigungsmaterial geliefert. Macht dieses Befestigungsmaterial einen soliden und hochwertigen Eindruck, kann es bedenkenlos verwendet werden. Wirken die Dübel und Schrauben hingegen zu dünn oder zu kurz, sollte auf stärkeres Material zurückgegriffen werden. Generell gilt außerdem, dass alle Dübel und Schrauben verbaut werden sollten. Hat der Hersteller also beispielsweise vier Dübel und Schrauben pro Seite vorgesehen, sollte der Sportsfreund nicht einfach eine oder zwei Schrauben weglassen. Zum einen wäre so die Stabilität nicht mehr gewährleistet. Zum anderen haben die Schrauben durchaus ihren Sinn, denn jede Schraube, die in der Wand verankert ist, nimmt einen Teil der Zugkräfte auf und entlastet so die anderen Schrauben. Dadurch sind die Zugkräfte am Ende gleichmäßig verteilt.

Bei der Montage der Klimmzugstange sollte der Sportsfreund unbedingt mit der Wasserwaage arbeiten. Wichtig hierbei ist, dass die Klimmzugstange absolut gerade hängt. Die Decke oder die Wand sind vor allem in Altbauten keine geeignete Referenz, denn sie können ziemlich schief sein. Die Folge davon wäre, dass die Klimmzugstange zwar parallel zur Decke oder zum Boden verläuft, aber eben nicht waagerecht an der Wand hängt.

 

Bei der Montage der Klimmzugstange: Finger weg von Klebstoff!

Es gibt Hochleistungsklebstoffe, die das Bohren überflüssig machen sollen. In der Tat werden diese Spezialkleber mit enormen Zugkräften fertig. Für die Montage einer Klimmzugstange sind sie aber trotzdem komplett ungeeignet. Dies liegt allerdings nicht an den Klebstoffen oder der Klimmzugstange. Das Problem ist vielmehr die Wand oder genauer gesagt der Putz an der Wand. Wird die Klimmzugstange aufgeklebt, haftet sie nämlich nur auf dem Putz. Macht der Sportler nun seine Übungen, wirken sehr große Kräfte auf eine kleine Fläche ein. Diese Fläche Putz hält die Belastungen nicht aus und in der Folge reißt die Klimmzugstange samt Putz ab. Also: Finger weg von Klebeverbindungen!

 

Die Montage der Klimmzugstange – an der Decke

Klimmzugstange selber bauen - an der Decke

Für die Montage an der Decke gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie bei der Wandmontage. Ideal ist eine Betondecke, ansonsten funktioniert die Befestigung auch in stabilen Holzbalken. Wer Bedenken hat, ob herkömmliche Dübel ausreichen, kann auf Schwerlastanker zurückgreifen. Ist nicht klar, woraus die Decke besteht oder was hinter der Tapete, der Holzverkleidung, den Rigipsplatten oder der Styroporverblendung zum Vorschein kommt, sollte auf eine Deckenmontage sicherheitshalber verzichtet werden.

Ein Vorteil bei der Montage an der Decke ist, dass Bewegungsfreiheit in alle Richtungen entsteht. Außerdem geht keine Wandfläche verloren. Als weiterer Pluspunkt kommt dazu, dass auch andere Fitnessgegenstände wie beispielsweise ein Sandsack an die Klimmzugstange gehängt werden können. Allerdings gibt es auch einen großen Nachteil: Je nachdem wie hoch die Decke ist, kann es sein, dass eine Trittleiter notwendig wird, um überhaupt an die Klimmzugstange zu kommen.

 

Die Montage der Klimmzugstange – im Türrahmen

Die Klimmzugstange im Türrahmen anzubringen oder festzuklemmen, ist eigentlich die schlechteste Lösung. Zwar hat eine festgeklemmte Klimmzugstange den Vorteil, dass sie jederzeit wieder abgenommen und an anderer Stelle angebracht werden kann. Aber es gibt einige Gründe, die gegen eine Befestigung im Türrahmen sprechen. So ist der Türrahmen selbst ein Risikofaktor. Türrahmen aus Holz oder Kunststoff könnten unter der Belastung nachgeben. Diese Gefahr ist vor allem dann gegeben, wenn der Türrahmen nur aufgesetzt und der Bereich dahinter mit irgendwelchen Baumaterialresten verfüllt ist. Zudem könnte die Klimmzugstange ver- oder sogar komplett abrutschen. Daneben gibt es noch ein ganz praktisches Problem: Ein Standardtürrahmen ist rund 210 cm hoch. Bei einer normalen Körpergröße wird er dadurch bei den Klimmzügen recht schnell zum buchstäblichen Hindernis.