Haus und Einrichtung

Lehmofen selber bauen: Bauanleitung mit Maßen

Wer einen Lehmofen selber bauen will, entscheidet sich zuerst zwischen zwei Bauweisen: gemauert aus selbstgeformten Lehmziegeln auf einem Fundament aus Schamottesteinen, oder als Weidengeflecht, das von innen und außen mit Lehm beworfen wird. Der gemauerte Ofen steht auf 1 x 1 Meter Fundament, wird rund 80 Zentimeter hoch und verbraucht etwa einen halben Kubikmeter Lehm. Der geflochtene Ofen kommt ohne Fundament aus: Sie heben eine runde Grube von etwa 30 Zentimetern Tiefe aus, füllen Kieselsteine ein und bauen darauf auf. Beide Bauweisen verwenden dieselbe Grundmischung aus Lehm und Magerungsstoffen. Die Maße stehen in den beiden Bauzeichnungen weiter unten.

Bauplan als PDF zum Ausdrucken: Mengentabelle, Lehmprüfung, Quer- und Längsschnitt, Grundriss, Ziegelverband, Schnitt der Weidenkuppel, zweimal fünf Bauschritte und die Reihenfolge beim Backen. PDF herunterladen (7 Seiten, 88 KB, kostenlos, ohne Anmeldung)

Lehmziegel oder Weidenkuppel: welche Bauweise zu Ihnen passt

Merkmal Gemauert aus Lehmziegeln Weidenkuppel, mit Lehm beworfen
Unterbau 1 x 1 m aus Schamotte- oder Klinkersteinen, darauf Kies runde Grube, etwa 30 cm tief, mit Kieselsteinen
Tragwerk die Lehmziegel selbst eingesteckte und verflochtene Weidenruten
Wandaufbau Ziegel Schicht für Schicht, Fugen mit Lehm gefüllt Lehm innen und außen, bis etwa 10 cm Wandstärke
Kuppelschalung zugeschnittener Strohballen oder gebogene Pressspanplatte entfällt, das Geflecht trägt
Rauchabzug zwei Tontöpfe Rundholz mit 8 cm Durchmesser
Bauablauf mehrere Tage, jede Ziegelschicht muss antrocknen Aufbau an einem Tag, danach etwa eine Woche trocknen
Arbeit für Kinder Lehm kneten und Ziegel formen Ruten flechten und Lehm auftragen

Wer stattdessen einen Bausatz kauft, braucht die Mengentabelle nicht; der Aufbau folgt dann der Anleitung des Herstellers.

Wie viel Lehm, Sand und Stroh Sie brauchen

Die Mengen gelten für einen Ofen mit etwa einem Quadratmeter Grundfläche und rund 80 Zentimetern Höhe.

Material Menge Wofür
Lehm etwa 0,5 m³ Bindemittel der Mischung
Sand etwa 0,25 m³ Magerung
Sägemehl etwa 0,25 m³ Magerung
Stroh, klein geschnitten etwa 0,25 m³ Armierung
Grober Kies etwa 0,25 m³ Ausgleichsschicht auf dem Fundament
Schamotte- oder Klinkersteine für 1 m² Fundament
Strohballen 2 Stück, ersatzweise 1 Stück und eine Pressspanplatte Kuppelschalung
Tontöpfe 2 Stück Rauchabzug

Für die gemauerten Ziegel werden zwei Teile Lehm mit je einem Teil Stroh, Sägemehl und Sand vermischt. Die geflochtene Bauweise kommt mit zwei Teilen Lehm und einem Teil Stroh aus; Schamottesteine und Kuppelschalung entfallen, dafür kommen Weidenruten in gleicher Länge und ein Rundholz mit 8 Zentimetern Durchmesser dazu.

Woran Sie erkennen, ob Ihr Lehm taugt

Aushub aus dem eigenen Garten reicht, wenn der Tonanteil stimmt. Das zeigt die Rollprobe: Lässt sich aus dem angefeuchteten Lehm eine Rolle formen und um den Finger biegen, ohne dass sie bricht, ist genug Ton enthalten. Bricht sie sofort, ist der Aushub zu sandig.

Den zweiten Test macht ein Probeziegel. Formen Sie einen einzelnen Ziegel aus der geplanten Mischung und lassen Sie ihn durchtrocknen. Reißt er auf, ist der Lehmanteil zu hoch und es fehlt Magerung aus Sand und Sägemehl. Zerbröselt er beim Anheben, ist es umgekehrt. Erst wenn der Probeziegel hält, lohnt es sich, die große Menge anzurühren. Formen Sie ihn in der Größe, die auch die späteren Ziegel haben sollen, sonst trocknet er anders als der Bestand an der Wand.

Die Magerung bestimmt, wie stark der Lehm beim Trocknen schwindet. Sand, Sägemehl und Stroh nehmen dem Gemisch einen Teil dieser Bewegung ab. Stimmt das Verhältnis nicht, zeigt sich das nicht beim Aufbau, sondern erst in der Trockenphase und beim ersten Feuer, wenn die Wand bereits steht.

Das Fundament: Schamottesteine oder eine Grube mit Kies

Der gemauerte Ofen bekommt ein Fundament von 1 x 1 Meter aus Schamotte- oder Klinkersteinen. Darüber wird der grobe Kies verteilt. Auf der Kiesschicht lassen sich die Lehmziegel ohne große Fugen ausrichten. Wer keine Steine kaufen will, kann das Fundament auch aus Lehm herstellen.

Der geflochtene Ofen steht in einer runden Grube von etwa 30 Zentimetern Tiefe. Der Durchmesser richtet sich danach, wie groß der Ofen werden soll. In die Grube kommt eine Schicht Kieselsteine, die als Isolierung und als Wärmespeicher dient.

Beide Öfen geben Hitze nach außen ab. Holzstapel, Hecke und Gartenmöbel gehören nicht unmittelbar daneben.

Ungebrannter Lehm ist nicht regenfest. Ein Ofen, der dauerhaft im Garten steht, braucht ein Dach oder eine Abdeckung, die über die Kuppel hinausreicht und das Wasser von der Wand hält. Steht der Ofen frei, wird die Außenhaut nach jedem längeren Regen kontrolliert und ausgebesserte Stellen werden vor dem nächsten Feuer durchgetrocknet. Ein befestigter Standplatz erspart außerdem, dass der Unterbau bei Bodenfrost arbeitet.

Bauweise 1: den Lehmofen aus Lehmziegeln mauern

Bauzeichnung Lehmofen mit Maßen zum Selberbauen
Bauzeichnung für den gemauerten Lehmofen

1. Lehm einweichen. Der Lehm kommt in kleinen Mengen in einen Baukübel oder eine Wanne, wird mit Wasser vermischt und kräftig geknetet, bis sich alle Klumpen aufgelöst haben. Statt mit den Händen lässt er sich auch mit den Füßen durcharbeiten.

2. Ziegel formen. Aus der Mischung werden Ziegel in der Größe von Backsteinen geformt, auf einer Folie ausgelegt und eine gute halbe Stunde angetrocknet.

3. Erste Lage setzen. Die ersten Ziegel werden auf der Kiesschicht fugenlos in einer Ebene ausgerichtet, verbleibende Spalten mit Lehm gefüllt. Die Türöffnung wird von Beginn an ausgespart. Solange keine Tür da ist, hält ein Rahmen aus drei Brettern die Öffnung frei. Als Tür eignet sich eine Metallplatte, an zwei oder drei Punkten am Ofen befestigt.

4. Schicht für Schicht aufmauern. Damit sich die Ziegel miteinander verbinden, muss jede Lage antrocknen. Dazu werden die obersten Ziegel angefeuchtet, mit Blättern oder Ästen abgedeckt und im Ofeninneren ein kleines Feuer angezündet.

5. Kuppel schließen. Eine Ziegelreihe über der Öffnung beginnt die Kuppel. Als Schalung dient ein zum Halbkreis zugeschnittener Strohballen auf Brettern oder eine zum Bogen geformte Pressspanplatte. Zwei Tontöpfe werden als Rauchabzug eingesetzt und nach dem Trocknen herausgenommen.

Bauweise 2: die Kuppel aus Weidenruten flechten

Bauzeichnung Lehmbackofen mit Maßen zum Selberbauen
Bauzeichnung für den geflochtenen Lehmbackofen

1. Grube ausheben. Eine runde Grube von etwa 30 Zentimetern Tiefe wird mit Kieselsteinen gefüllt.

2. Lehm und Ruten vorbereiten. Der Lehm wird eingeweicht und geknetet. Die Weidenruten kommen in einen zweiten Behälter mit Wasser, damit sie sich später biegen und verflechten lassen, ohne zu brechen.

3. Lehmfundament einbringen. Der mit Stroh vermischte Lehm füllt die Grube auf und bildet die Standfläche.

4. Kuppel flechten. Die Ruten werden in gleichmäßigen Abständen in die weiche Lehmschicht gesteckt und zur Kuppel gebogen. Weitere Ruten laufen im Wechsel über und unter die stehenden und versteifen das Gebilde. Die Öffnung bleibt frei.

5. Lehm auftragen. Der Lehm wird innen und außen auf das Geflecht gearbeitet, bis die Wand etwa 10 Zentimeter stark ist. Das Rundholz mit 8 Zentimetern Durchmesser wird von oben eingesteckt und nach dem Trocknen herausgezogen; dort sitzt der Rauchabzug. Zuletzt entsteht aus Brettern eine Tür, die etwas größer ist als die Öffnung.

Trocknen und Ausbrennen, ohne dass die Kuppel reißt

Der geflochtene Ofen trocknet etwa eine Woche. Risse, die dabei entstehen, werden mit Lehm verschlossen. Erst danach brennt das erste Feuer, das dem Ofen die Festigkeit gibt.

Der gemauerte Ofen wird mehrmals ausgebrannt. Tür und Kuppellöcher bleiben dabei offen. Auch hier zeigen sich kleine Risse; sie werden vor dem nächsten Feuer mit Lehm verspachtelt. Das Ausbrennen lässt sich mit den ersten Backproben verbinden. Verschlossen werden Tür und Abzugslöcher erst, wenn der Ofen aufgeheizt ist und gebacken wird.

Im Lehmofen backen: die Reihenfolge nach dem Ausheizen

Gebacken wird nicht über dem Feuer, sondern mit der Wärme, die Ziegel und Lehmwand gespeichert haben. Nach dem Ausheizen wird die Glut zusammengeschoben oder ausgeräumt, die Abzugslöcher werden mit den Tontöpfen verschlossen und die Tür vorgesetzt. Weil die Temperatur von da an fällt, bestimmt sie die Reihenfolge: zuerst Pizza und Flammkuchen, danach Brot, zuletzt Auflauf und Kuchen. Wann der Ofen so weit ist, zeigt die Innenwand: Der Ruß, der sich beim Anheizen niederschlägt, brennt bei ausreichender Hitze wieder hell. Solange die Decke schwarz bleibt, ist weiter Holz nötig. Die Tür hält die Wärme nur, wenn sie größer ist als die Öffnung und plan anliegt.

Lehmofen, Lehmbackofen, Pizzaofen: wo der Unterschied liegt

Die Bauzeichnungen ausdrucken

Lehmofen Bauanleitung
Gemauerter Lehmofen

Lehm Backofen Bauanleitung
Geflochtener Lehmbackofen

Lehmbau im Garten zeigt dieses Video.

Wie ein fertiger Lehmbackofen im Betrieb aussieht, zeigt die zweite Aufnahme.

bauplan-bauanleitung.de · kostenlose Bauanleitungen seit 2014 Stand: 14. Oktober 2026

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