Wer will, dass Arme und Beine beim Zug an der Schnur nach oben schnellen, muss die Löcher in zwei Ebenen setzen: Das untere Loch ist der Drehpunkt am Körper, das obere liegt darüber und nimmt die Querschnur auf. Sitzt die Querschnur auf Höhe der Drehpunkte oder darunter, verdreht sie die Teile, statt sie anzuheben. Daran entscheidet sich, ob der Hampelmann zappelt. Gebaut wird hier aus 8 mm starkem Sperrholz, mit dickerem Bastelkarton und Musterbeutelklammern gilt derselbe Plan. Die vier Plattenmaße stehen in der Zuschnittliste, darunter liegt das Raster zum Übertragen auf Holz oder Pappe.
Die Angaben sind Plattenmaße. Aus der Armplatte und aus der Beinplatte werden jeweils zwei gleiche Teile gesägt, Kopf und Körper sind Einzelteile. Die Umrissform legen Sie selbst fest, die Platte gibt die Außengrenze vor.
| Bauteil | Platten | Plattenmaß | Teile daraus |
|---|---|---|---|
| Kopf | 1 | 8 x 6 cm | 1 |
| Körper | 1 | 12 x 9 cm | 1 |
| Arme | 1 | 10 x 4 cm | 2 |
| Beine | 1 | 8 x 6 cm | 2 |
| Zuggriff | – | Holzperle, 3 cm Durchmesser | 1 |
Material für alle Platten: 8 mm Sperrholz. Stärkeres Holz ist möglich, verlangt dann aber längere Verbindungsstifte.
Die folgende Zeichnung zeigt die vier Platten im Originalmaß auf einem Zentimeterraster. Drucken Sie sie über die Druckfunktion Ihres Browsers mit Skalierung 100 Prozent und messen Sie dann die Kontrollstrecke am unteren Rand nach: Zeigt sie 10 cm, stimmt der Ausdruck. Weicht sie ab, stellen Sie die Skalierung von Anpassen auf 100 Prozent um. Dieselbe Vorlage mit ausgearbeiteten Umrissen und allen Bohrlöchern gibt es außerdem als PDF im Maßstab 1:1, siehe Kasten oben.
Für die Umrisse gibt es zwei Wege: Entweder zeichnen Sie Kopf, Körper, Arme und Beine frei Hand in die Rechtecke, oder Sie legen den Ausdruck mit Durchschlagpapier auf das Holz und ziehen die Linien mit dem Bleistift nach.
Jedes Arm- und jedes Beinteil braucht zwei Löcher, der Körper vier, der Kopf eines. Gebohrt wird erst der Körper; danach legen Sie Arme und Beine darunter und zeichnen die Löcher durch den Körper hindurch an. So sitzen die Drehpunkte paarweise genau gegenüber.
| Teil | Löcher | Lage | Aufgabe |
|---|---|---|---|
| Körper | 4 | zwei oben für die Arme, zwei unten für die Beine | Drehpunkte |
| Arm (je) | 2 | unteres am Drehpunkt, oberes darüber | Drehpunkt und Querschnur |
| Bein (je) | 2 | unteres am Drehpunkt, oberes darüber | Drehpunkt und Querschnur |
| Kopf | 1 | obere Kante | Aufhängung |
Zum Bohrdurchmesser gibt dieser Plan keine Millimeterzahl vor, sondern eine Bedingung: Schnur und Verbindungsstift müssen mit etwas Spiel durch das Loch gehen. Ein Loch, in dem der Stift klemmt, blockiert das Gelenk; eines mit zu viel Spiel lässt das Teil kippen. Bohren Sie an einem Reststück probehalber vor.
Die Bewegung kommt aus drei Schnurstücken. Eine Querschnur verbindet die beiden Arme, eine zweite die beiden Beine – jeweils durch die oberen Löcher. An diese beiden Querschnüre wird die durchgehende Zugschnur geknotet, die nach unten aus der Figur hängt und die Holzperle trägt.
Entscheidend ist der Abstand zwischen Drehpunkt und oberem Loch. Er ist der Hebelarm: Je größer er ausfällt, desto weiter schlagen Arme und Beine aus, desto stärker muss aber auch gezogen werden. Beide Querschnüre werden so lang geknotet, dass die Glieder in Ruhe locker nach unten hängen.
Sperrholz hält dem täglichen Ziehen stand, verlangt aber Säge, Bohrmaschine und Schleifpapier. Bastelkarton kommt mit Schere oder Bastelmesser und einer Lochzange aus und ist die Variante für einen Nachmittag mit Kindern; die Gelenke weiten sich dort mit der Zeit aus. Die Maße aus der Zuschnittliste bleiben in beiden Fällen gleich. Beim Karton legen Sie unter jedes Gelenk eine zweite Kartonlage, damit das Loch nicht ausreißt.
Für die Drehpunkte sind vier Verbindungen nötig. In Holz sind glatte Holzdübel oder Metallstifte das Mittel der Wahl: Sie sitzen im Loch, drehen sich frei und lassen sich nach dem Einsetzen verleimen oder vernieten. Musterbeutelklammern gehören in Karton, nicht in 8 mm Sperrholz – ihre Schenkel sind dafür zu kurz. Wer ohne Musterbeutelklammern arbeiten will, kann im Karton stattdessen Garn mit einem Knoten auf jeder Seite verwenden; das hält und bleibt beweglich.
Gelingt-Kontrolle nach Schritt 6: Hängen alle vier Glieder in Ruhe senkrecht nach unten und kommen bei einem kurzen Zug an der Perle alle gleichzeitig hoch, sitzt die Mechanik. Geht nur eine Seite hoch, ist eine Querschnur zu lang geknotet.

Sägen und Bohren bleiben in Erwachsenenhand, das Übertragen der Umrisse, das Schleifen und das Bemalen können Kinder übernehmen. Zum Anmalen gehören speichel- und schweißechte Farben nach DIN 53160. Weil sich Holzperle und Stifte lösen und verschluckt werden können, gehört der fertige Hampelmann nicht in die Hände von Kindern unter drei Jahren.
Vier Fehler kommen immer wieder vor. Das obere Loch wird auf Höhe des Drehpunkts gebohrt – dann dreht sich das Glied, statt sich zu heben. Die Drehpunktlöcher werden zu eng gebohrt, das Gelenk klemmt. Die Querschnüre werden unterschiedlich lang geknotet, eine Seite bleibt zurück. Und bei Karton fehlt die Verstärkung am Gelenk, das Loch reißt nach einigen Tagen aus.
Dasselbe im Video:
https://www.bauplan-bauanleitung.de/hobby/bauanleitung-hampelmann/