Eine Seifenkiste ist ein Fahrzeug ohne Motor, das nur durch das Gefälle rollt. Dieser Bauplan beschreibt eine Seifenkiste für Kinder aus einer 2 cm starken Multiplexplatte, zwei Achsträgern aus Kantholz und vier Rädern mit 30 cm Durchmesser: 190 cm lang, 89 cm breit, mit Seillenkung und Stempelbremse. Die Maße liegen unter den Grenzwerten der drei Rennreglements, die weiter unten verglichen werden.
Für Seifenkisten gibt es keine bundesweit einheitliche Bauvorschrift. Jeder Veranstalter legt in seinem Reglement fest, wie lang, breit und schwer die Kiste sein darf und wie Bremse und Lenkung aussehen müssen. Die Werte unterscheiden sich deutlich, wie der Vergleich dreier Reglements zeigt. Vor dem Bau gilt deshalb immer das Reglement des Rennens, an dem das Kind teilnehmen soll.
| Vorgabe | Moers | Oberellen Hobby | Oberellen Cup | Mosbach | Dieser Bauplan |
|---|---|---|---|---|---|
| Länge höchstens | 235 cm | 300 cm | 215 cm | 235 cm | 190 cm |
| Breite | höchstens 89 cm | höchstens 120 cm | Achsbreite 89 cm | höchstens 90 cm | 89 cm |
| Höhe | höchstens 90 cm | höchstens 100 cm | mindestens 34 cm | keine Angabe | rund 65 cm |
| Räder | Luftreifen bis 32 cm | keine DSKD-Räder und -Achsen | 30 cm Durchmesser | höchstens 35 cm, gesichert | 30 cm Durchmesser |
| Gewicht mit Fahrer | höchstens 140 kg | keine Obergrenze, kein Ballast | höchstens 130 kg | keine Angabe | vor dem Rennen wiegen |
| Bremse | mit dem Fuß, keine Handbremse | mechanisch, jede Bauart | Stempel auf die Fahrbahn | funktionsfähig | Stempel mit Fußpedal |
| Bodenfreiheit | mindestens 8 cm | keine Angabe | keine Angabe | keine Angabe | 23 cm unter der Platte |
| Helm | Motorrad-, Fahrrad- oder Skihelm | mindestens Fahrradhelm | mindestens Fahrradhelm | Integral- oder Skihelm | nach Reglement |
| Alter | 7 bis 18 (Speed-Cup) | 5 bis 18 | 5 bis 18 | ab 8 | – |
Quellen: Stadt Moers, Allgemeine Bauvorschriften · Kinder- und Jugendförderverein Oberellen e.V., Reglement 2026 · Stadt Mosbach, Ausschreibung Seifenkisten 2026. Stand der Abfrage: Oktober 2026.
Die Seifenkiste besteht aus einer Bodenplatte, zwei Achsträgern, zwei Stahlachsen mit vier Rädern, einer Rückenlehne, der Lenkung und der Bremse. Spanplatte ist für den Boden ungeeignet; Oberellen schreibt in der Cup-Klasse mindestens 20 mm ohne Spanmaterial vor.
| Teil | Anzahl | Maß | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bodenplatte Multiplex | 1 | 190 x 45 x 2 cm | keine Spanplatte |
| Achsträger Kantholz | 2 | 60 x 7 x 7 cm | vorn drehbar, hinten fest |
| Stahlachse | 2 | 89 cm lang | passend zur Radbohrung |
| Rad mit Kugellager | 4 | 30 cm Durchmesser | mit Splint oder Kronenmutter sichern |
| Rückenlehne Multiplex | 1 | 45 x 40 x 2 cm | mit Winkeln verstärkt |
| Lenksäule Rundholz | 1 | 3 cm Durchmesser, 40 cm lang | mit zwei Lagerböcken |
| Lenkrad oder Lenker | 1 | 25 bis 30 cm | |
| Lenkseil | 1 | etwa 3 m | Stahlseil mit Seilklemmen |
| Bremshebel Kantholz | 1 | 35 x 6 x 4 cm | mit Scharnier und Zugfeder |
| Bremsgummi | 1 | etwa 10 x 6 cm | zum Beispiel ein Stück Autoreifen |
| Schlossschraube M12 mit großen Scheiben | 1 | Drehpunkt der Vorderachse | |
| Augenschrauben M12 | 2 | Zugösen vorn und hinten | |
| U-Bügel oder Rohrschellen | 4 | passend zur Achse | Achse an den Träger |
Die Maße der Teile sind Vorschläge dieses Bauplans. Räder und Achsen erst kaufen, wenn das Reglement feststeht: Moers lässt DSKD-Räder zu, Oberellen verbietet sie in der Hobby-Klasse.
Die Achsen sitzen 20 cm hinter dem Bug und 30 cm vor dem Heck, der Radstand beträgt damit 140 cm. Die Unterseite der Bodenplatte liegt rund 23 cm über der Fahrbahn: 15 cm Radius plus Achse und Achsträger.
1. Achsen an die Träger. Je eine Stahlachse mit zwei U-Bügeln mittig unter einen 60 cm langen Achsträger schrauben. Räder aufstecken und mit Splint oder Kronenmutter sichern.
2. Hinterachse fest montieren. Den hinteren Träger 30 cm vor dem Heck quer unter die Bodenplatte setzen und mit vier Schlossschrauben verschrauben.
3. Vorderachse drehbar montieren. Den vorderen Träger 20 cm hinter dem Bug mittig mit der Schlossschraube M12 befestigen, große Scheiben zwischen Träger und Platte, Mutter sichern. Der Träger muss sich leicht drehen lassen. Zwei Anschlagklötze unter die Platte schrauben.
4. Lenkung einbauen. Die Lenksäule mit zwei Lagerböcken schräg vor dem Sitz befestigen und das Lenkrad aufsetzen. Das Seil an beiden Enden des vorderen Trägers durch Ösen führen, dreimal um die Säule wickeln, straff spannen und klemmen.
5. Bremse einbauen. Einen Schlitz in die Platte sägen, den Bremshebel mit einem Scharnier darunter hängen, unten das Gummi aufschrauben, oben das Pedal. Die Feder so einhängen, dass der Hebel ohne Fußdruck oben bleibt und nicht schleift.
6. Sitz und Zugösen. Die Rückenlehne hinten aufschrauben und mit Winkeln verstärken. Vorn und hinten je eine Augenschraube M12 als Zugöse eindrehen.
7. Karosserie und Kanten. Eine Verkleidung aus dünnem Sperrholz ist möglich, solange die Höhe unter dem Limit des Reglements bleibt. Alle Kanten brechen oder abdecken, überstehende Schraubenspitzen kürzen, die Oberfläche lackieren.
Die einfachste Lenkung ist ein Drehschemel: Die ganze Vorderachse dreht sich um eine Schraube in der Mitte. Ein Seil läuft von beiden Enden des Achsträgers zur Lenksäule und ist dort mehrfach herumgewickelt. Dreht man das Lenkrad, wickelt sich eine Seite auf und die andere ab, und die Achse schwenkt. Reagiert die Kiste andersherum, wird das Seil über Kreuz geführt. Zwei Anschläge begrenzen den Einschlag; Moers erlaubt am Achsende höchstens 5 cm nach jeder Seite, Oberellen schreibt in der Cup-Klasse Lenker, Lenksäule und Drahtseil vor.
Eine Stempelbremse ist ein Hebel, der ein Gummistück auf die Fahrbahn drückt. Der Hebel hängt mit einem Scharnier unter der Platte, ein Pedal durch einen Schlitz drückt ihn nach unten, eine Feder zieht ihn zurück. Moers verlangt eine Bedienung mit dem Fuß und lässt Handbremsen nicht zu; Stempelbremsen sollen dort vorne wirken. In Oberellen muss die Bremse die Kiste mit dem jüngsten Fahrer sicher zum Stehen bringen.
Bei Seifenkistenrennen gibt es zwei Richtungen. Reglementierte Rennen werten nach Zeit und schreiben Maße, Gewicht und Technik vor. Bei Spaßrennen zählen Gestaltung und Originalität mehr als die Zeit; Mosbach hat dafür eine eigene Juxwertung. Auch dort gelten aber Bremse, Lenkung und Helm.
Wer statt einer fahrbaren Kiste ein Modell bauen möchte, braucht 4 mm starkes Sperrholz: eine Bodenplatte 20 x 10 cm, einen vorderen Deckel 13 x 10 cm, einen hinteren Deckel 7,5 x 10 cm, eine Blende 10 x 5 cm, zwei Seitenteile 30 x 6 cm, zwei Holzdübel mit 1 cm Durchmesser und 14 cm Länge als Achsen und vier 1,5 cm dicke Holzscheiben mit 6 cm Durchmesser als Räder.

Die Seitenteile vorsichtig in Form biegen und mit dem Boden verleimen, dann Deckel und Blende hinter dem Einstiegsloch aufleimen und mit kleinen Schraubzwingen fixieren, bis der Leim abgebunden hat. In die Holzscheiben 0,5 cm tiefe Löcher bohren, mit den Dübeln verleimen und die Achsen unter die Kiste kleben. Zum Schluss bunt bemalen.
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