Seifenkisten sind zunächst einmal kleine, selbstgebaute Fahrzeuge, die aus beispielsweise Holz, Sperrholz oder Kohlefaser bestehen. Klassischerweise haben Seifenkisten keine eigene Antriebsvorrichtung, sondern bewegen sich durch die Hangabtriebskraft, die auf abschüssigen Rennstrecken entsteht. Die Lenkung der Seifenkisten erfolgt beispielsweise mithilfe von Lenkseilen über die starre Vorderachse. Seifenkisten blicken dabei auf eine schon sehr lange Geschichte zurück. So fanden die ersten Wettfahrten für Kinder in Deutschland bereits 1904 in Oberursel im Taunus statt.

Nach dem zweiten Weltkrieg gewann der aus Amerika stammende Seifenkistensport dann zunehmend an Bedeutung. Hintergrund waren die Bemühungen der stationierten Truppen, der Jugend interessante Freizeitaktivitäten zu bieten. Im Jahre 1949 beispielsweise fanden zwölf große Seifenkistenrennen in unterschiedlichen Städten der damaligen amerikanischen Besatzungszone und in Berlin statt. Heute lässt sich feststellen, dass sich im Laufe der Zeit zwei wesentliche Richtungen entwickelt haben. Auf der einen Seite gibt es den Seifenkistensport, der nach einem festen Reglement betrieben wird und in dessen Rahmen regelmäßig nationale und internationale Meisterschaften in unterschiedlichen Klassen stattfinden.

Auf der anderen Seite gibt es Seifenkistenrennen, bei denen der Spaß im Vordergrund steht und bei denen es nicht nur auf die Geschwindigkeit, sondern vor allem auf die kreative Gestaltung der Gefährte ankommt. Neben unterschiedlichen Vereinen werden solche Fun-Seifenkistenrennen dabei vielfach von Unternehmen zu Werbezwecken veranstaltet. Wer eine eigene Seifenkiste bauen möchte, um damit an reglementierten Wettkämpfen teilzunehmen, muss sich an die Vorgaben halten. Diese legen sowohl die Größe und das Gewicht als auch die Technik der Seifenkiste fest. Fertige Bausätze sind hierbei allerdings erhältlich.

Wer an einem nichtreglementierten Seifenkistenrennen teilnehmen möchte, kann seiner Phantasie und Kreativität freien Lauf lassen und unterschiedlichste Materialien wie beispielsweise das Fahrwerk eines alten Kinderwagens verarbeiten.

Und so sieht ein Seifenkistenrennen beispielsweise aus:

Die Teilnahme an einem Fun-Seifenkistenrennen macht sehr viel Spaß. Allerdings wird ein echter Seifenkistenpilot sicherlich kaum zweimal mit dem gleichen Gefährt antreten, geht es doch auch darum, möglichst originelle Gefährte zu präsentieren. Zudem überstehen nicht alle Seifenkisten ihre Teilnahme am Rennen. Insofern würde sich ein Seifenkistenpilot sicherlich darüber freuen, wenn er seine bisherigen Renngefährte im Miniaturformat in einer Vitrine präsentieren könnte. Wie eine solche Seifenkiste im Miniaturformat gebaut werden kann, beschreibt die folgende Bauanleitung.

 

Materialliste für eine Seifenkiste im Miniaturformat

Gebaut wird die Miniatur-Seifenkiste aus 4mm starkem Sperrholz und benötigt werden folgende Materialien:

  • 1 Bodenplatte, 20 x 10cm groß
  • 1 Holzplatte für den vorderen Deckel, 13 x 10 groß
  • 1 Holzplatte für den hinteren Deckel, 7,5 x 10cm groß
  • 1 Blende, 10 x 5cm groß
  • 2 Seitenteile, 30 x 6cm groß
  • 2 Holzdübel mit 1cm Durchmesser, 14cm lang
  • 4 1,5cm dicke Holzscheiben mit 6cm Durchmesser als Räder
  • Holzleim

 

Bauanleitung für die Mini-Seifenkiste

1. Schritt: die Einzelteile anfertigen

Der Korpus dieser Mini-Seifenkiste setzt sich aus sechs Einzelteilen zusammen, nämlich dem Boden, zwei Seitenteilen, zwei Deckelteilen und einer Blende. Die einzelnen Bauteile werden wie in der Grafik darstellt zugeschnitten.

 

Seifenkiste Bauanleitung zum selber bauen

 

2. Schritt: den Korpus zusammenbauen

Sind die Einzelteile vorgefertigt, werden sie zusammengesetzt. Dabei werden zuerst die beiden Seitenteile mit dem Boden verbunden, indem sie vorsichtig in Form gebogen und verleimt werden. Anschließend werden der vordere und der hintere Deckel sowie die Blende hinter dem Einstiegsloch aufgeleimt. Sinnvoll dabei ist, die Mini-Seitenkiste mit kleinen Schraubzwingen zu fixieren, bis der Holzleim abgebunden hat.

 

3. Schritt: die Seifenkiste ausgestalten

Nun werden jeweils 0,5cm tiefe Löcher in die Holzscheiben gebohrt. Die Holzdübel dienen als Achsen und werden nun mit den Holzscheiben verleimt. Danach werden die Achsen auf der Unterseite der Seifenkiste festgeklebt. Zum Schluss erhält die Seifenkiste noch ihren Feinschliff, indem sie in bunten Farben bemalt wird.