Die meisten selbst gebauten Kaninchenställe sind zu klein – meist nicht, weil der Stall knapp bemessen wäre, sondern weil er als gesamter Lebensraum geplant wird. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) empfiehlt für zwei Kaninchen bis 3 kg dauerhaft mindestens 6 Quadratmeter Fläche. Diese Fläche liefert das Gehege, nicht der Stall. Der Stall ist der geschlossene Rückzugsraum und misst in der hier beschriebenen Bauweise 150 x 50 cm bei 40 cm Höhe.
Auf dieser Seite stehen zwei Baupläne mit vollständigen Maßen: der kompakte Holzstall mit zwei Abteilen und der größere Hasenstall mit 200 x 80 cm Grundfläche und zwei Türen. Dazu kommen die Zuschnittlisten, ein Grundriss der Vorderwand mit Maßketten und die Maße zum Nachrüsten für die Außenhaltung im Winter.
Der Stall trägt die Rückzugsfläche, das Gehege die Bewegungsfläche. Beim hier beschriebenen Holzstall ergibt die Grundfläche 150 x 50 cm, geteilt durch eine mittige Zwischenwand in zwei Abteile von je 50 x 50 cm Durchgangsmaß. Das Gehege entsteht aus einzelnen Rahmen von 150 x 50 cm, die mit Kulissenscharnieren untereinander und am Stall befestigt werden. Drei Rahmen sind im Bauplan vorgesehen; die Zahl lässt sich erweitern, bis die vom TVT genannte Fläche erreicht ist.
Kulissenscharniere haben einen herausziehbaren Stift; das Gehege lässt sich damit zerlegen und im Winter verräumen. Für die Innenhaltung in der Wohnung ist eine andere Bauform sinnvoll, etwa die Bauanleitung für einen Kleintierkäfig.
| Bauteil | Anzahl | Material | Länge x Breite x Stärke |
|---|---|---|---|
| Vorderwand, Rückwand | 2 | Holzplatte | 150 x 40 x 2 cm |
| Seitenwände, Zwischenwand | 3 | Holzplatte | 50 x 40 x 2 cm |
| Dach | 1 | Holzplatte | 150 x 55 x 2 cm |
| Stützen in den Ecken | 4 | Leiste | 40 x 3 x 3 cm |
| Gehegerahmen, waagerecht | 6 | Leiste | 150 x 4 x 3 cm |
| Gehegerahmen, senkrecht | 6 | Leiste | 50 x 4 x 3 cm |
Dazu kommen die Kleinteile, die sich nicht zuschneiden lassen:
Drei Platten erhalten vor dem Zusammenbau Ausschnitte. Die Vorderwand bekommt zwei Türöffnungen von je 15 cm Breite und 20 cm Höhe, jeweils 30 cm von den Außenkanten entfernt. Die Zwischenwand erhält mittig eine Öffnung als Durchgang zwischen den Abteilen. Die Dachplatte erhält einen Ausschnitt von 65 x 40 cm, der 5 cm von der rechten und der oberen Kante sowie 10 cm von der unteren Kante entfernt liegt; dieser Ausschnitt wird später mit Kaninchendraht gefüllt und lässt Licht in das offene Abteil.
Maße in Zentimetern, Vorderwand von außen gesehen. Nach dem Sägen werden die Schnittkanten geglättet, damit die Tiere sich an den Türöffnungen nicht verletzen.

1 Zuerst wird der Kaninchendraht auf der Dachplatte befestigt, so dass der Ausschnitt von 65 x 40 cm geschlossen ist.
2 Die vier Leisten 40 x 3 x 3 cm werden so auf Rückwand und Vorderwand geschraubt, dass sie bündig mit den Außenkanten abschließen. Über diese Leisten werden die beiden Seitenteile mit der Rückwand verbunden, danach folgt die Vorderwand. Die Zwischenwand wird mittig eingesetzt, zum Schluss kommt das Dach. Es wird mit zwei Klappscharnieren an der Rückwand befestigt, schließt hinten bündig ab und steht vorn leicht über, damit es sich anheben lässt.
3 Für das Gehege werden je zwei Leisten 150 x 4 x 3 cm mit zwei Leisten 50 x 4 x 3 cm zu einem Rahmen verschraubt und die Innenfläche mit Kaninchendraht verkleidet. Die fertigen Rahmen werden mit Kulissenscharnieren untereinander und am Stall verbunden.
Die größere Variante bringt Rückzugsraum und geschützten Bereich in einem Bauteil unter. Sie hat ein Grundgerüst aus Leisten 4 x 2 cm und eine Beplankung aus 1,5 cm starken Holzplatten, dazu zwei Türen: eine geschlossene Holztür von 54 x 54 cm und eine zweite Tür als Rahmen mit Drahtfüllung.
| Bauteil | Anzahl | Material | Länge x Breite x Stärke |
|---|---|---|---|
| Rahmen Front, waagerecht | 3 | Leiste | 200 x 4 x 2 cm |
| Rahmen Front, senkrecht | 3 | Leiste | 52 x 4 x 2 cm |
| Rahmen Rückwand | 2 + 2 | Leiste | 200 bzw. 52 x 4 x 2 cm |
| Rahmen Seiten | 2 + 2 | Leiste | 95 bzw. 72 x 4 x 2 cm |
| Bodenplatte | 1 | Holzplatte | 200 x 80 x 1,5 cm |
| Seitenwände | 2 | Holzplatte | 60 x 80 x 1,5 cm |
| Rückwand | 1 | Holzplatte | 200 x 60 x 1,5 cm |
| Tür, geschlossen | 1 | Holzplatte | 54 x 54 x 1,5 cm |
| Deckel | 1 | Holzplatte | 200 x 90 x 1,5 cm |
| Rahmen zweite Tür | 2 + 2 | Leiste | 145 bzw. 54 x 3 x 2 cm |
Das Grundgerüst besteht aus vier Rahmen. Beim Frontrahmen wird die dritte senkrechte Leiste mit 50 cm Abstand zur linken Außenleiste gesetzt; die dritte waagerechte Leiste wird oben aufgeschraubt und gibt dem Deckel die Neigung, über die Regenwasser nach vorn abläuft. Bei den Seitenrahmen schließt eine der 72 cm langen Leisten oben bündig ab, die zweite wird mit 52 cm Abstand darunter gesetzt. Danach werden die vier Rahmen miteinander verbunden, die Bodenplatte montiert, anschließend Rückwand und Seitenwände.
Die geschlossene Tür wird links mit zwei Klappscharnieren eingehängt und bildet den abgedunkelten Rückzugsbereich. Die rechte Tür entsteht aus den Leisten 3 x 2 cm und Kaninchendraht. Der Deckel wird mit drei Klappscharnieren an der Rückwand befestigt. Kleine Riegel aus Abfallstücken halten die Türen zu; die Schraube wird nur so weit angezogen, dass sich das Holz noch drehen lässt. Außen erhält der Stall eine speichelechte, für Tiere unbedenkliche Lasur, innen bleibt das Holz unbehandelt, weil Kaninchen daran nagen.

Zwei Bauweisen im Bestandsvideo:
Beide Baupläne beschreiben ein Quartier für die warmen Monate. Soll der Stall ganzjährig draußen stehen, kommen vier Bauteile hinzu: eine gedämmte Bodenplatte, eine Außendämmung, ein nagesicherer Abschluss darüber und ein grobmaschiger Draht als Untergrund gegen das Durchbuddeln.
Für die Außendämmung eignen sich Styroporplatten, die so verkleidet werden, dass die Tiere nicht an das Material gelangen. Innen wirken Einstreu und eine dicke Lage Stroh als Dämmung von unten. Dabei muss die Luft weiter zirkulieren können, weil sich sonst Kondenswasser bildet und die Atemwege der Tiere belastet. Eine Kotwanne unter dem offenen Abteil hält die Einstreu trocken und lässt sich zum Reinigen herausziehen; sie wird aus einer flachen Kunststoffwanne gebaut, deren Innenmaß 2 cm kleiner ist als das lichte Maß zwischen den Stützen. Der Stall sollte nicht in der prallen Sonne stehen und vor Durchzug und Regen geschützt sein.
Holzpappe ist eine Vollpappe aus Holzschliff, erhältlich in Stärken zwischen knapp 1 mm und 4 mm. Das Material ist mit einfachem Werkzeug zu bearbeiten und bei geringem Gewicht stabil. Gegen Feuchtigkeit ist es empfindlich, weshalb diese Variante nur als Sommerquartier taugt.
Die Zwischenwand erhält mittig eine Öffnung von 20 x 20 cm, die Vorderwand zwei Öffnungen von je 20 x 20 cm mit 40 cm Abstand zu den Außenkanten. Beim Zusammenbau werden drei Kanthölzer auf die Rückwand geleimt, zwei bündig und eines mittig. Daran werden Seitenwände und Zwischenwand gesetzt, dann die drei übrigen Kanthölzer und daran die Vorderwand. Das Dach wird mit Klappscharnieren montiert und steht nach vorn über. Das Gehege entsteht aus sechs Zaunelementen aus je zwei Leisten 100 cm und zwei Leisten 50 cm, mit Kaninchendraht gefüllt und über Kulissenscharniere verbunden.

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