Die Destille hat ihren Namen von dem thermo-physikalischen Verfahren, auf dem sie basiert. Bei der Destillation werden Flüssigkeitsgemische mit unterschiedlichen Siedepunkten durch Kondensation voneinander getrennt und gereinigt. Das Destillieren als Verfahren wird beispielsweise bei Erdöl oder bei destilliertem Wasser angewandt, die meisten kennen das Destillieren aber sicherlich im Zusammenhang mit dem Brennen von Alkohol. Wer selbst alkoholische Getränke in seiner eigenen Destille herstellen möchte, hat grundsätzlich mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit wäre, auf einen Destillierapparat aus Glas zurückzugreifen, der im Chemiefachhandel erhältlich ist.

Eine mögliche Variante für eine selbstgebauten Destille zeigt dieses Video:

Ein solcher Destillierapparat ist jedoch meist nur mit einem Kolben mit einem sehr geringen Fassungsvermögen ausgestattet und zudem recht teuer. Eine andere Möglichkeit wäre, eine Destille aus dem Fachhandel für Branntweinproduktion zu verwenden, die jedoch ebenfalls recht teuer und zudem meldepflichtig ist. Die dritte Möglichkeit ist, seine Destille selbst zu bauen.

An dieser Stelle muss jedoch der Hinweis folgen, dass in Deutschland alle Destillen, deren Brennvolumen größer ist als 0,5 Liter, meldepflichtig sind. Zudem ist es in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt, ohne entsprechende Genehmigung selbst Schnaps zu brennen, auch wenn dieser nur für den Eigenbedarf hergestellt wird. Abgesehen davon setzt die Branntweinproduktion zumindest Grundlagenwissen voraus, denn ansonsten kann das eigene Destillat sowohl ungenießbar als auch gesundheitsschädlich sein.

Die folgende Bauanleitung kann daher das notwendige Fachwissen nicht ersetzen und soll auch keine Anregung dazu sein, illegal Schnaps zu brennen. Die Anleitung soll lediglich aufzeigen, wie eine Destille mit einfachsten Mitteln selbst gebaut werden kann.

Noch etwas einfacher ist es, die Destille aus Kunststoffeimern zu bauen. Dadurch entstehen kaum Kosten und die Destille kann problemlos gereinigt werden. Allerdings eignet sich eine solche Destille in erster Linie für hochprozentige, aromaarme Getränke, die im Anschluss noch einmal mit Aktivkohle gefiltert werden sollten.

 

Materialliste für die Destille

  • 1 Kunststoffeimer mit Deckel mit 25l Fassungsvermögen
  • 1 weiterer Deckel für einen 25l-Eimer
  • 1 Kunststoffeimer mit 10l Fassungsvermögen
  • 3 Trinkbecher aus Kunststoff, 9cm hoch
  • 1 Gummistopfen
  • 1 Gärrohr mit Gummistopfen
  • Dichtband oder hitzebeständiges Silikon
  • 1 Heizung mit einer Leistung bis 55 Grad, beispielsweise eine Aquarienheizung

 

Bauanleitung für die Destille

Der Bau der Destille ist sehr einfach. Die Arbeitsschritte gestalten sich dabei wie folgt:

1.) Zuerst werden die drei Kunststoffbecher mit je zwei kleinen Löchern versehen. Die Löcher dienen dazu, dass die Becher auf dem Boden stehen bleiben, wenn sich hier später die Flüssigkeit ansammelt. Dann werden die drei Becher mit der Öffnung nach unten auf den Boden des großen Eimers gestellt.

2.) Nun wird der Eimerdeckel zugeschnitten. Dabei wird der Rand gleichmäßig soweit zurückgeschnitten, dass ein 1cm breiter Zwischenraum zwischen dem Deckel und den Wänden des Eimers verbleibt. Der Deckel wird dann auf die drei Kunststoffbecher gelegt. Auf dem Deckel steht der 10l-Eimer, in den die Maische eingefüllt wird.

3.) Der andere Deckel des Eimers, der die Destille verschließt, wird nun mit zwei Bohrungen versehen. Eine Bohrung ist für das Gärrohr bestimmt. Durch das andere Loch, das mittig im Deckel platziert wird, wird die Heizung in die Destille gesteckt. Daher muss dieses Loch entsprechend groß sein.

4.) Der Gummistopfen wird auf einer Seite nun der Länge nach aufgeschnitten, das Kabel der Heizung eingelegt und der Stopfen mit Dichtband oder Silikon wieder verschlossen. Dann wird die Heizung durch den Deckel geschoben und das Loch im Deckel mit dem Gummistopfen abgedichtet.

 

Destille Bauanleitung zum selber bauen

Um die Destille in Betrieb zu nehmen, wird der innere Eimer mit Maische befüllt und der große Eimer mit dem Deckel verschlossen. Der Heizstab muss sich dabei mittig in der Maische befinden. Dann wird das Gärrohr aufgesetzt, die Heizung mit Strom versorgt und auf 45 bis 50 Grad erwärmt. Damit die Destille richtig funktioniert, muss sie aber luftdicht verschlossen sein. Ist dies nicht der Fall, sollte der Deckel noch einmal mit Dichtband oder Silikon abgedichtet werden.

Durch die Heizung erwärmt sich die Maische, das Wasser und der Alkohol verdampfen und das Kondensat sammelt sich am Boden der Destille. Je niedriger die Temperatur ist, desto langsamer erfolgt die Destillation. Dies führt zu einer besseren Qualität, allerdings sind der Alkoholgehalt und die Menge niedriger.