Ursprünglich war der Bumerang eine Wurfwaffe und wurde in Australien bei der Jagd benutzt. Die meisten kennen den Bumerang aber als ein Sportgerät, dessen Besonderheit darin liegt, dass es zum Werfer zurückkehrt. Diese Besonderheit spielt jedoch tatsächlich nur beim Bumerang als Sportgerät eine Rolle, denn das traditionelle australische Wurfholz, das auch Kylie genannt wird, kam nicht unbedingt zum Werfer zurück. Im Unterschied zu einem Sportbumerang fliegt ein Kylie aber gerader, weiter und zielsicherer, was beim Einsatz als Jagdwaffe natürlich auch entsprechend wichtig war. Einen interessanten Film über den Bumerang gibt es hier:

Bumerangs gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Qualitäten zu kaufen, sowohl als reines Spiel- und Spaßgerät als auch als professionelles Sportgerät. Zudem gibt es den Bumerang in verschiedenen Formen, beispielsweise mit zwei, drei und vier Flügeln. Genauso ist es aber auch möglich, sich einen Bumerang selbst zu bauen, auch wenn dies etwas Geduld und handwerkliches Geschick erfordert.

 

Die benötigten Materialien und Werkzeuge für einen Bumerang

Mittlerweile werden Bumerangs auch aus Kunststoff angefertigt, für den Selbstbau ist ein Holzbumerang aber besser geeignet. Als Holz kommt üblicherweise vielschichtiges Sperrholz zum Einsatz, das sich pro Millimeter Holzstärke aus einer oder zwei Schichten zusammensetzt. In der Praxis hat sich für den Bumerangbau insbesondere finnisches Flugzeugsperrholz aus Birke bewährt. Neben dem Holz werden für den Bau des Bumerangs eine Laub- oder Stichsäge, Raspel und Feile, Schleifpapier, Holzgrundierung sowie nach Wunsch Lackfarben benötigt.

 

Bauanleitung für den Bumerang

Der Bau eines Bumerangs gliedert sich in mehrere Arbeitsschritte. Diese gestalten sich wie folgt:

1.) Zuerst wird die Form des Bumerangs auf die Holzplatte aufgezeichnet. Dabei dient die Seite der Holzplatte als Oberseite, die am Rand eine Wölbung nach oben aufweist. Zudem wird die Form so positioniert, dass die Maserung des Holzes in waagerechter Richtung auf dem Bumerang verläuft. Dadurch erhöht sich nämlich die Bruchfestigkeit des Bumerangs.

2.) Die aufgezeichnete Form des Bumerangs wird anschließend mithilfe einer Laub- oder einer Stichsäge ausgesägt.

3.) Nun beginnt der aufwändigste Teil, denn jetzt wird das Profil herausgearbeitet. Beim Bumerang wird dabei zwischen den Schräg- und den Stirnkanten unterschieden. Während die Schrägkanten gerade gearbeitet werden, erhalten die Stirnkanten abgerundete Kanten. Das Ausarbeiten des Profils gelingt dabei am besten, wenn das Profil auf den Bumerang vorgezeichnet und der Bumerang bei der Bearbeitung mit einer Schraubzwinge an der Tischkante festgeklemmt wird. Die Grafik zeigt übrigens einen Bumerang für einen Rechtshänder. Wird der Bumerang für einen Linkshänder gebaut, muss er entsprechend spiegelverkehrt gearbeitet werden.

 

Bumerang Bauanleitung zum selber bauen

4.) Ist das Profil fertig herausgearbeitet, wird der Bumerang sorgfältig abgeschliffen. Für den ersten Schleifgang wird Schleifpapier mit einer 80er-Körnung verwendet. Der zweite Schleifgang erfolgt dann mit einem Schleifpapier mit 180er-Körnung.

5.) Der Bumerang ist nun schon fast fertig. Jetzt wird eine Holzgrundierung aufgetragen, wobei sich am besten eine sogenannte Schnellschleifgrundierung eignet. Ist die Grundierung trocken, wird der Bumerang noch einmal mit einem feinen Schleifpapier abgeschliffen. Wer möchte, kann seinen Bumerang nun noch bunt lackieren. Danach ist der Bumerang bereit für die ersten Probewürfe. Beim Einwerfen zeigt sich dann auch, ob das Profil noch einmal etwas nachgearbeitet werden muss oder ob er auch so schon wie gewünscht fliegt.