Das Steckenpferd gehört zu den wenigen Spielzeugen, die schon unsere Vorfahren kannten und die bis heute nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt haben. Trotz Spielekonsolen, Bausteinen, Modepuppen und all den anderen technischen und nichttechnischen Spielsachen, die es heute gibt, hat das Steckenpferd nach wie vor einen ganz besonderen Charme und wird von vielen Kindern als treuer Spielgefährte geschätzt. Schließlich macht es auch großen Spaß, als Cowboy oder Indianer durch die Prärie zu reiten oder die Welt als elegante Prinzessin oder furchtlose Dame hoch zu Ross zu entdecken. An der Bauweise echter Steckenpferde hat sich in all den Jahren nicht viel geändert, so dass die Holzpferde heute im Grunde genommen genauso gebaut werden wie früher.

Der einzige Unterschied liegt vermutlich nur darin, dass die Holzpferde früher in Handarbeit gefertigt wurden, während heute große Maschinen einen Großteil der Arbeit übernehmen. Da es aber nicht ganz so schwer ist, ein Steckenpferd selber zu bauen, und auch nur wenige Materialien benötigt werden, kann der Heimwerker durchaus auch selbst zu Säge, Schleifpapier und Farbtopf greifen. Wie ein Holzpferd selbst angefertigt werden kann, beschreibt die folgende Bauanleitung.

 

Materialliste für ein Holzpferd

  • 1 2 bis 2,5cm starke Holzplatte aus Leimholz, etwa 40 x 30cm groß für den Kopf und den Hals des Pferdes
  • 1 Rundstab mit 3,5cm Durchmesser, 110cm lang
  • 1 Rundstab mit 2cm Durchmesser, 20cm lang, als Griff
  • Holzleim
  • Stichsäge
  • Feile und Schleifpapier
  • Farben und Pinsel

 

Bauanleitung für das Holzpferd

1. Schritt: Kopf und Hals anfertigen

Zuerst wird der wichtigste Teil des Holzpferdes hergestellt, nämlich sein Kopf. Wer gut zeichnen kann, kann die Konturen direkt auf die Leimholzplatte aufzeichnen. Ansonsten wird eine Vorlage auf Papier ausgedruckt und mithilfe von Durchschlagpapier auf die Holzplatte übertragen. Dann wird der Kopf mit der Stichsäge ausgeschnitten. Die Schnittkanten müssen nun noch mittels Feile und Schleifpapier entgratet und geschliffen werden.

 

2. Den Kopf bemalen

In den Kopf wird nun zuerst ein Loch mit einem Durchmesser von 2cm gebohrt. In dieses Loch wird später der kurze Rundstab als Griff eingeleimt. Danach kann der Kopf gestaltet werden. Dazu werden der Mund, die Nasenlöcher, die Augen, das Halfter und die Mähne aufgemalt. Wer möchte, kann aber auch ein Halter aus Bändern oder Lederriemen aufkleben. Anstelle einer gemalten Mähne kann der Pferdekopf außerdem eine Mähne aus Wolle erhalten. Möglich wäre daneben, die Haare oder Borsten eines Besens oder eines Handfegers als Mähne zu verarbeiten.

 

Holzpferd Bauanleitung

 

3. Den Rundstab vorbereiten und das Holzpferd zusammensetzen

Damit der Pferdekopf an dem Rundstab befestigt werden kann, benötigt dieser einen Schlitz. Der Schlitz verläuft mittig an der Oberkante des Rundstabs, ist 10cm tief und wird so breit gearbeitet wie die verwendete Plattenstärke. Ist das Holz 2cm stark, wird der Schlitz also 2cm breit gearbeitet, ist die Platte stärker, muss auch der Schlitz breiter sein. Die Innenflächen des Schlitzes werden dann satt mit Holzleim versehen und der Pferdekopf wird hineingeschoben. Sinnvoll ist, die Verbindung nun mit einer Schraubzwinge zu fixieren, weil das Holz so fest zusammengepresst wird. Gleichzeitig wird jetzt auch der Griff eingeleimt. Dazu wird das Loch im Pferdekopf ebenfalls mit Holzleim versehen und der kurze Rundstab wird hineingeschoben.