Prinzipiell ist es durchaus möglich, sich sein Teleskop selbst zu bauen. Allerdings sollte die Kostenersparnis dabei nicht überschätzt werden, denn wenn alle anfallenden Kosten für Materialien, Werkzeuge und Zubehör sowie der Arbeits- und Zeitaufwand zusammenaddiert werden, können die Kosten ähnlich hoch oder sogar höher liegen als bei einem gekauften Teleskop. Hinzu kommt, dass der Selbstbau eines Teleskops entsprechendes Fachwissen voraussetzt. Gerade bei Einsteigern ist dieses Fachwissen jedoch vielfach nicht vorhanden und selbst die Auswahl eines geeigneten Teleskops kann angesichts der vielen Fachbegriffe schon schwierig werden. Bevor sich der Hobby-Astronom für ein Teleskop entscheidet oder mithilfe einer Bauanleitung daran versucht, selbst ein Teleskop zu bauen, ist es somit sinnvoller, sich darüber zu informieren, worauf es bei einem Teleskop überhaupt ankommt.

Wer dennoch versuchen möchte, sich ein eigenes, einfaches Teleskop zu bauen, findet hier eine mögliche Bauanleitung dazu.

 

Grundlegendes zum Teleskop

Das Teleskop und das benötigte ZubehörDer wichtigste Faktor bei einem Teleskop ist die Öffnung des Objektivs. Die Größe des Objektivs bestimmt darüber, welche Objekte im Weltraum beobachtet werden können und welche nicht. Je größer der Durchmesser des Objektivs ist, desto größer ist die gesammelte Lichtmenge und damit steigt auch die Chance, lichtschwache Objekte beobachten zu können. Analog zur gesammelten Lichtmenge erhöhen sich bei größerem Objektiv auch das Auflösungsvermögen und die Vergrößerung, die maximal eingesetzt werden kann.

Im Zusammenhang mit Teleskopen wird grundsätzlich zwischen Linsenteleskopen, sogenannten Refraktoren, und Spiegelteleskopen, sogenannten Reflektoren, unterschieden. Bei einem direkten Vergleich der beiden Teleskoparten schneiden Linsenteleskope in aller Regel besser ab. So liegen die Vorteile bei Linsenteleskopen in der besseren optischen Auflösung, in der verbesserten Schärfe- und Kontrastleistung sowie in der großen mechanischen Stabilität. Bei preisgünstigen oder qualitativ minderwertigen Refraktoren besteht allerdings das Risiko von Farbfehlern, die sich in Form von farbigen Umrandungen von hellen Sternen und am Bildrand zeigen. Ein weiterer Nachteil von Linsenteleskopen ist der oft recht hohe Preis, vor allem bei Teleskopen mit einer großen Öffnung.

Im Unterschied zu einem Linsenteleskop trifft das Licht bei einem Spiegelteleskop zuerst auf einen großen Hauptspiegel. Der Hauptspiegel wirft das Licht auf einen Fangspiegel zurück, der den Lichtstrahl wiederum in das Okular umlenkt. Ein Teil des Lichts geht dabei allerdings verloren. Ein weiterer Minuspunkt liegt in der geringen mechanischen Stabilität, zudem kann es zu einer Spiegelverstellung kommen, wenn das Teleskop unsachgemäß gehandhabt wird. Neben dem guten Preis-Leistungsverhältnis liegt ein Vorteil von Spiegelteleskopen darin, dass es zu keinen Farbfehlern kommt. Im Hobbybereich finden jedoch häufig auch Teleskope Anwendung, die Spiegel- und Linsensysteme miteinander kombinieren.

 

Das Teleskop und das benötigte Zubehör

1.) Um ein Teleskop überhaupt nutzen zu können, werden einige Zubehörteile benötigt. Im Handel werden speziell für Einsteiger Pakete und Sets angeboten, die allerlei Zubehörkomponenten enthalten. Vielfach finden sich hier allerdings Komponenten, die letztlich nicht unbedingt erforderlich sind oder die eine eher minderwertige Qualität aufweisen. Insofern ist es oft sinnvoller, sich die benötigten Komponenten selbst zusammenzustellen. Dabei sollten auf jeden Teil folgende Bauteile vorhanden sein:

2.) Okular. Damit ein Teleskop eine optische Abbildung erzeugen kann, braucht es ein Okular. Dieses besteht aus mehreren Linsen, die in einem kleinen Gehäuse untergebracht sind, wird seitlich oder hinten in den Okularauszug gesteckt und mit einer Schraube fixiert. Die Vergrößerung des Teleskops ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen den Brennweiten des Objektivs und des Okulars. Die Brennweite des Objektivs ist dabei eine feste Größe, so dass für unterschiedliche Vergrößerungen verschiedene Okulare benötigt werden. Ähnlich wie beim Teleskop selbst sollte aber auch beim Okular auf eine gute Qualität geachtet werden, denn ansonsten sind keine vernünftigen Abbildungen möglich.

3.) Umkehrspiegel. Dieser kippt den Strahlengang um 45 oder 90 Grad, wodurch die Beobachtungen des Sternenhimmels komfortabler werden. Zudem erleichtert ein Prisma die Orientierung am Sternenhimmel.

4.) Sucherfernrohr. Ein solcher sogenannter Telrad-Sucher hilft dabei, Himmelskörper leichter zu finden.

5.) Objektiv-Sonnenfilter. Dieser ist bei Beobachtungen der Sonne unbedingt erforderlich.

Sinnvoll sind außerdem ein Stativ, eine Sternkarte oder ein Atlas, eine Taschenlampe und ein stabiler Koffer für die Aufbewahrung und den Transport.

Anstelle eines Teleskops kann aber auch ein Fernglas eine gute Lösung sein, vor allem wenn noch nicht klar ist, wie intensiv das Hobby Astronomie betrieben werden soll. Ein Fernglas ist deutlich leichter zu handhaben als ein Teleskop, besser zu transportieren, kann auch für andere Beobachtungen verwendet werden und verursacht auch bei guter Qualität deutlich geringere Anschaffungskosten.