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Bauanleitung Destille

Die Destille hat ihren Namen von dem thermo-physikalischen Verfahren, auf dem sie basiert. Bei der Destillation werden Flüssigkeitsgemische mit unterschiedlichen Siedepunkten durch Verdampfen und anschließende Kondensation voneinander getrennt und gereinigt. Das Destillieren als Verfahren wird beispielsweise bei Erdöl oder bei destilliertem Wasser angewandt. Im Haushalt lässt sich eine kleine Destille zum Beispiel nutzen, um Wasser zu destillieren oder durch Wasserdampfdestillation Hydrolate (Pflanzenwässer) und ätherische Öle aus Kräutern und Blüten zu gewinnen. Wer dafür eine eigene Destille nutzen möchte, hat grundsätzlich mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit wäre, auf einen Destillierapparat aus Glas zurückzugreifen, der im Chemiefachhandel erhältlich ist.

Ein solcher Destillierapparat ist jedoch meist nur mit einem Kolben mit einem sehr geringen Fassungsvermögen ausgestattet und zudem recht teuer. Eine andere Möglichkeit wäre, eine Destille aus Kupfer oder Edelstahl im Fachhandel zu kaufen, die jedoch ebenfalls recht teuer ist und bei einem Fassungsvermögen von mehr als zwei Litern nach dem Kauf beim zuständigen Hauptzollamt angezeigt werden muss. Die dritte Möglichkeit ist, seine Destille selbst zu bauen.

An dieser Stelle muss jedoch der Hinweis folgen, dass in Deutschland seit dem 1. Januar 2018 die private Gewinnung und Reinigung von Alkohol durch Destillation nicht erlaubt ist – unabhängig von der Größe des Geräts, also auch mit Kleingeräten bis 0,5 Liter. Geräte, die zur privaten Gewinnung von Alkohol bestimmt sind oder dafür benutzt werden, dürfen auch nicht besessen werden. Erlaubt sind dagegen Destillen, die nicht der Alkoholgewinnung dienen, etwa zum Destillieren von Wasser oder zur Herstellung von Aromaölen. Der Erwerb eines solchen Geräts mit mehr als zwei Litern Fassungsvermögen muss dem zuständigen Hauptzollamt innerhalb von drei Werktagen schriftlich angezeigt werden (Quelle: zoll.de). Wer eine größere Destille selbst baut, sollte sich deshalb vorher beim Hauptzollamt erkundigen.

Die folgende Bauanleitung zeigt, wie eine einfache Destille für Wasser mit einfachsten Mitteln selbst gebaut werden kann. Sie darf nicht zur Gewinnung von Alkohol verwendet werden.

Die hier gezeigte Destille wird aus Kunststoffeimern gebaut. Dadurch entstehen kaum Kosten und die Destille kann problemlos gereinigt werden. Die Eimer sollten aus lebensmittelechtem Kunststoff bestehen. Weil die Destille nur mit Temperaturen bis etwa 55 Grad arbeitet, eignet sie sich in erster Linie zum langsamen Destillieren von Wasser. Für Hydrolate und ätherische Öle ist eine Wasserdampfdestillation nötig, bei der Wasserdampf von rund 100 Grad durch das Pflanzenmaterial strömt. Dafür braucht es eine hitzebeständige Destille aus Glas, Edelstahl oder Kupfer; Kunststoffeimer sind dafür nicht geeignet.

 

Materialliste für die Destille

  • 1 Kunststoffeimer mit Deckel mit 25l Fassungsvermögen
  • 1 weiterer Deckel für einen 25l-Eimer
  • 1 Kunststoffeimer mit 10l Fassungsvermögen
  • 3 Trinkbecher aus Kunststoff, 9cm hoch
  • 1 Gummistopfen
  • 1 Gärrohr mit Gummistopfen
  • Dichtband oder hitzebeständiges Silikon
  • 1 regelbarer Heizstab für Temperaturen bis 55 Grad (übliche Aquarienheizungen erreichen meist nur rund 32 bis 35 Grad und reichen daher nicht aus)
 

Bauanleitung für die Destille

Der Bau der Destille ist sehr einfach. Die Arbeitsschritte gestalten sich dabei wie folgt:

1.) Zuerst werden die drei Kunststoffbecher mit je zwei kleinen Löchern versehen. Die Löcher dienen dazu, dass die Becher auf dem Boden stehen bleiben, wenn sich hier später die Flüssigkeit ansammelt. Dann werden die drei Becher mit der Öffnung nach unten auf den Boden des großen Eimers gestellt.

2.) Nun wird der Eimerdeckel zugeschnitten. Dabei wird der Rand gleichmäßig so weit zurückgeschnitten, dass ein 1cm breiter Zwischenraum zwischen dem Deckel und den Wänden des Eimers verbleibt. Der Deckel wird dann auf die drei Kunststoffbecher gelegt. Auf dem Deckel steht der 10l-Eimer, in den das zu destillierende Wasser eingefüllt wird.

3.) Der andere Deckel des Eimers, der die Destille verschließt, wird nun mit zwei Bohrungen versehen. Eine Bohrung ist für das Gärrohr bestimmt. Durch das andere Loch, das mittig im Deckel platziert wird, wird die Heizung in die Destille gesteckt. Daher muss dieses Loch entsprechend groß sein.

4.) Der Gummistopfen wird auf einer Seite nun der Länge nach aufgeschnitten, das Kabel der Heizung eingelegt und der Stopfen mit Dichtband oder Silikon wieder verschlossen. Dann wird die Heizung durch den Deckel geschoben und das Loch im Deckel mit dem Gummistopfen abgedichtet.

 

Bauzeichnung Destille mit Maßen zum Selberbauen
Destille Bauanleitung zum Selberbauen

Um die Destille in Betrieb zu nehmen, wird der innere Eimer mit Wasser befüllt und der große Eimer mit dem Deckel verschlossen. Der Heizstab muss sich dabei mittig im Wasser befinden. Dann wird das Gärrohr aufgesetzt, die Heizung mit Strom versorgt und auf 45 bis 50 Grad erwärmt. Damit die Destille richtig funktioniert, muss sie aber luftdicht verschlossen sein. Ist dies nicht der Fall, sollte der Deckel noch einmal mit Dichtband oder Silikon abgedichtet werden.

Durch die Heizung erwärmt sich das Wasser, ein Teil davon verdampft, schlägt sich an den kühleren Wänden des großen Eimers nieder und läuft durch den Spalt neben dem zugeschnittenen Deckel auf den Boden der Destille. Gelöste Salze und Kalk bleiben im inneren Eimer zurück. Je niedriger die Temperatur ist, desto langsamer erfolgt die Destillation und desto weniger destilliertes Wasser entsteht.

Anleitung zum Mitnehmen

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