Weiden sind nicht nur dekorative, sondern auch sehr robuste Gehölze. Sie wachsen und gedeihen auch ohne chemische Pflanzenschutzmittel und eignen sich daher nicht nur für beispielsweise natürliche Gartenbegrenzungen oder Sichtschutzzäune, sondern auch für den Bau von Hütten, Tipis oder gar Carports. Wie der Gartenbesitzer selbst oder auch zusammen mit der ganzen Familie eine Weidenhütte ganz einfach selber bauen kann, erklärt die folgende Bauanleitung.

Und hier der Bau einer Weidenhütte noch einmal als Video:

 

Einige grundlegende Infos zum Bau von Weidenhütten vorab

Die ideale Zeit für den Bau von Weidenhütten ist der Vorfrühling. Der Boden ist nun nicht mehr gefroren, die Weidenruten haben aber auch noch kein Laub und haben noch nicht ausgetrieben. Wenn die Temperaturen dann allmählich ansteigen, können die Weidenruten Wurzeln entwickeln und die Weidehütte wird grün und dicht.

Ein sehr wichtiger Faktor beim Bau von Weidenhütten ist der Standort. Weide benötigt Sonne, weshalb ein sonniger Standort gewählt werden sollte. Steht die Weidenhütte im Schatten von beispielsweise einem Gebäude oder einem großen Baum, wird die Weide nicht richtig wachsen und gedeihen. Allerdings sollte auch bedacht werden, dass Weiden mitunter explosionsartig wachsen, wenn sie sich wohlfühlen und dann auch entsprechend viel Wasser benötigen.

Welche Weidenart für den Bau der Weidenhütte verwendet wird, bleibt grundsätzlich dem eigenen Geschmack überlassen. Die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit sind ganz normale Weidenruten, wie sie auch in der Natur vorkommen. Möglich ist aber auch, diese Weidenruten mit Zierweiden zu kombinieren oder die Weidenhütte komplett aus Zierweiden zu bauen. Hier gibt es beispielsweise die Hängende Kätzchenweide mit goldgelben Kätzchen oder die Japanische Drachen-Weide, deren Triebe mit silberfarbenen Kätzchen übersät sind.

 

Materialliste für eine Weidenhütte

Weidenhütten BauanleitungDie Materialliste für eine Weidenhütte fällt sehr kurz aus, denn es werden eigentlich nur zwei Dinge benötigt. Zum einen sind dies natürlich die Weidenruten. Diese sollten gute 2 bis 3 Meter lang sein, damit die Weidenhütte hoch genug wird, wenn die Weidenruten in der Erde eingepflanzt und am oberen Ende zusammengebunden sind. Am besten geeignet sind zudem frisch geschnittene Ruten, denn diese entwickeln am besten Wurzeln. Können die geschnittenen Ruten nicht umgehend verarbeitet werden, sollte die Zwischenlagerung an einem dunklen, kühlen Ort erfolgen, beispielsweise im Keller oder in der Garage. Vor dem Einpflanzen werden dann die unteren 10cm abgeschnitten. Zum anderen wird für den Bau der Weidenhütte Kokosseil benötigt. Als Werkzeug kommt ein Spaten zum Einsatz, je nach Boden zudem eine Hacke.

 

Bauanleitung für die Weidenhütte

1. Schritt: den Umriss der Weidenhütte markieren und einen Graben ausheben

Zuerst wird der Umriss der Weidenhütte markiert. Dazu kann eine Schnur ausgelegt, eine Linie aus Sand gestreut oder der Boden entsprechend abgestochen werden. Dann muss ein Graben ausgehoben werden. Der Graben sollte rund 25cm tief und etwa so breit sein wie der Spaten.

 

2. Schritt: die Weidenruten einsetzen

Wenn der Graben ausgehoben ist, ist die meiste Arbeit schon geschafft. Der Boden im Graben wird nun leicht aufgelockert und kann mit etwas Kompost oder Pflanzenerde aufgebessert werden. Dann werden die Weidenruten mit einem Abstand von 5 bis 10cm zueinander eingesetzt, je nachdem, wie dicht die Weidenhütte werden soll. Sind alle Weidenruten positioniert, wird der Graben mit dem Aushub wieder aufgefüllt und leicht angedrückt.

 

3. Schritt: die Weidenruten fixieren

Zum Schluss werden die eingepflanzten Weidenruten vorsichtig zu einer Hütte geformt und mit dem Kokosseil zusammengebunden. Dabei werden zum einen die Weidenruten am oberen Ende zusammengefasst und fixiert, zum anderen wird das Seil waagerecht um die Weidenruten geflochten. Dazu wird das Seil an einer Rute festgebunden und dann immer im Wechsel einmal vor und einem hinter den folgenden Weidenruten um die Hütte geführt. Wer möchte, kann zudem einige dünne Weidenruten einflechten. Die Weidenhütte ist damit auch schon fertig und nun gilt es abzuwarten, bis die Weidenruten austreiben und zu einem dichten Gewächs zusammenwachsen.