In den meisten Wohnungen findet sich zumindest ein Kleiderschrank, in dem die Kleidungsstücke aufbewahrt werden. Üblicherweise steht der Kleiderschrank dabei im Schlafzimmer und nicht selten ist er hoffungslos überfüllt. Vor allem Frauen würden sich zwar einen größeren Kleiderschrank wünschen, aber in vielen Fällen lässt es der Platz einfach nicht zu. Dies liegt allerdings nicht immer unbedingt daran, dass die vorhandenen freien Wandflächen nicht ausreichen, um einen größeren Schrank aufzustellen. Mindestens genauso häufig ist, dass die Räume recht eng sind, so dass der Schrank nicht geöffnet werden könnte, wenn er näher an beispielsweise dem Bett stehen würde. Abhilfe kann hier ein Schwebetürenschrank schaffen.

Ein solcher Schrank kennzeichnet sich durch die Schiebetüren, die nicht nach vorne geöffnet, sondern zur Seite geschoben werden. Solche Schränke sind allerdings verhältnismäßig teuer. Eine recht preisgünstige Variante von einem großen und geräumigen Schwebetürenschrank kann sich der Heimwerker mithilfe der folgenden Bauanleitung aber auch selbst bauen. Die Idee dahinter ist, anstelle von Schiebetüren Flächenvorhänge zu verwenden.

Materialliste für einen Schwebetürenschrank mit Flächenvorhängen

Bauanleitung SchwebetürenschrankFür einen solchen Schrank werden

  • ein Korpus von einem Schrank oder alternativ auch schlichte Regale,
  • ein Schienensystem mit Paneelwagen und
  • Flächenvorhänge nach Wahl

benötigt. Für Flächenvorhänge gibt es fertige Schienensysteme. Diese Schienensysteme bestehen aus zwei- bis fünfläufigen Aluminiumschienen, in die die Paneelwagen eingehängt werden. Die Paneelwagen sind mit kleinen Rollen ausgestattet, so dass die Flächenvorhänge dann beliebig hin- und hergeschoben werden können. Bei den Flächenvorhängen handelt es sich strenggenommen um lange, schmale Stoffbahnen, die in unterschiedlichen Ausführungen angeboten werden. So gibt es die Vorhänge aus transparenten und aus blickdichten Stoffen sowie einfarbig und bunt gemustert. An den Paneelwagen werden die Stoffbahnen per Klettband befestigt, was den Vorteil hat, dass die Stoffe problemlos auch ausgetauscht werden können, wenn sich der Geschmack ändert. In den Saum der Vorhänge ist meist eine Beschwerungsstange integriert, wodurch sichergestellt ist, dass die Vorhänge glatt und gerade herunterhängen.

 

Bauanleitung für den Schwebetürenschrank

Einen Schwebetürenschrank mit Flächenvorhängen zu bauen, ist denkbar einfach.

1.) Zuerst wird dazu der eigentliche Schrank gebaut und aufgestellt. Hierbei kann es sich um den bestehenden Schrank handeln, genauso aber auch um einen einfachen Korpus oder um schlichte Regale.

2.) Anstelle von normalen Schranktüren oder Schiebetüren werden dann die Flächenvorhänge montiert. Da sich diese Vorhänge dadurch kennzeichnen, dass sie beliebig hin- und hergeschoben werden können, werden sie übrigens auch als Schiebevorhang oder Schiebegardine bezeichnet. Die Schiene für die Stoffbahnen kann nun entweder in den Schrank montiert werden, so dass der Schrank eine echte verschiebbare Front erhält, oder die Schiene kann an der Decke befestigt werden. Als Alternative zu einem Schienensystem speziell für Flächenvorhänge kann übrigens genauso eine herkömmliche Gardinenschiene mit Innenläufen verbaut werden.

3.) Als nächstes werden die Paneelwagen in die Schiene eingehängt. Zum Zubehör gehören üblicherweise Endkappen, die verhindern, dass die Paneelwagen aus der Schiene herausrutschen können. Dann werden die Stoffbahnen an den Wagen befestigt. Dies geschieht in aller Regel durch ein Klettband, es gibt aber auch Wagen, bei denen der Stoff eingeklemmt wird.

4.) Wer sich seine Stoffbahnen selbst herstellen möchte, kann eine entsprechend lange Stoffbahn zuschneiden und an den Kanten umnähen. Die Enden der Stoffbahn werden dann zu einem Tunnel gelegt, mit einem Holz- oder Metallstab beschwert und versteift und zugenäht. An das obere Ende wird zudem ein Gardinenband genäht und hier wird auch eine Schnur oder eine Stange angebracht, durch die die Stoffbahn bewegt werden kann. In das Gardinenband werden dann Gardinenhaken eingehängt, die wiederum in die Gardinenschiene eingeführt werden. Durch die Stangen in den Säumen bleiben die Stoffbahnen steif und können wie gekaufte Flächenvorhänge hin- und hergeschoben werden.