Die traditionelle Bauweise von Alphörnern ist sehr aufwändig und zeitintensiv, denn Alphörner werden in Handarbeit angefertigt und selbst ein erfahrener Instrumentenbauer benötigt zwischen 70 und 100 Arbeitsstunden für ein Alphorn. Angefertigt werden Alphörner aus Fichten, die am Hang gewachsen sind und dadurch die unten gebogene Form ermöglichen. Die Baumstämme werden geschält, der Länge nach halbiert und die beiden Baumhälften werden ausgehöhlt, bis sie nur noch einen halben Zentimeter dick sind. Anschließend wird das Alphorn zusammengesetzt, mit Peddigrohr, Rindenblättern oder Holzstreifen umwickelt und mit einem Kesselmundstück aus Holz ausgestattet. Je nach Tonlage ist ein Alphorn zwischen 2,45m und 4,05m lang.

Das Alphorn gilt als das Nationalinstrument in der Schweiz und in Österreich und wenn Alphornbläser spielen, klingt das so:

Ein echtes Alphorn selber zu bauen, dürfte für den Laien und Hobbyheimwerker nur bedingt möglich sein. Die folgende Bauanleitung beschreibt aber ein Instrument, das an ein Alphorn angelehnt ist und von der Form her an ein Didgeridoo erinnert. Dieses Instrument ist leicht nachzubauen und die Töne, die damit gespielt werden können, klingen mindestens genauso gut wie die eines Alphorns.

 

Für den Bau des Instruments werden benötigt:

  • 1 Bambusrohr mit einem Durchmesser von 5cm
  • Bienenwachs
  • Farben und Klebebänder zum Verzieren nach Wunsch

 

So wird das Instrument gebaut:

1. Schritt: das Bambusrohr vorbereiten

Zuerst wird das Bambusrohr auf die gewünschte Länge gekürzt. Beim Spielen sollte das Instrument schräg auf dem Boden aufliegen und die ideale Länge des Instruments hängt zum einen von der Körpergröße und zum anderen davon ab, ob das Instrument im Sitzen oder im Stehen gespielt werden soll. Grundsätzlich sind aber alle Längen zwischen etwa einem und 2,5 Metern möglich.

Wenn das Bambusrohr auf die richtige Länge zugeschnitten ist, müssen die Kammerwände im Inneren des Rohres entfernt werden. Dies ist notwendig, damit die Luft später in dem Instrument schwingen kann und Töne entstehen können. Um die Kammerwände zu durchstoßen, eignet sich am besten ein langer Stab, beispielsweise ein Besenstiel. Hier ist wichtig, möglichst präzise zu arbeiten, denn je ordentlicher die Kammerwände entfernt werden, desto besser ist später der Klang.

 

2. Schritt: das Mundstück herstellen

Das Mundstück wird aus Wachs hergestellt, das in kleinen Portionen im Wasserbad oder über einer Kerze geschmolzen wird. Am besten geeignet ist Bienenwachs, denn dieses ist am leichtesten formbar, prinzipiell kann aber jede Art von Kerzenwachs verwendet werden. Wenn das geschmolzene Wachs etwas abgekühlt ist, wird es zu einer dünnen Rolle geformt. Diese Rolle wird dann als Ring auf die obere Kante des Rohres gedrückt. Danach wird die nächste Rolle aus Wachs geformt und auf den ersten Wachsring gesetzt. Dies wird nun sooft wiederholt, bis die Öffnung fast vollständig verschlossen ist. Beim Spielen muss der Mund die Öffnung später vollständig abdecken, weshalb das verbleibende Loch nicht größer sein sollte als eine 1-Euro-Münze. Das Wachs wird nun noch glattgestrichen und damit ist das Instrument eigentlich auch schon fertig.

 

Instrument Bauanleitung zum selber bauen

 

3. Schritt: das Instrument verzieren und darauf spielen

Wer möchte, kann sein Instrument nun noch bunt anmalen oder mit Klebebändern bekleben, die das Rohr gleichzeitig stabilisieren. Um auf dem Instrument zu spielen, wird der Mund so auf das Mundstück gesetzt, dass keine Lücke vorhanden ist. Die Lippen werden nach vorne gestülpt und die Luft dazwischen herausgepresst. Je nachdem, wie stark die Lippen an das Mundstück gepresst werden, entstehen unterschiedliche Töne und mit der Stimme können zusätzliche Effekte erzielt werden.