Bauanleitung Terrassenüberdachung
Eine Terrasse ist überaus praktisch und komfortabel. So können vor allem im Sommer das Frühstück oder der nachmittägliche Kaffee auf der Terrasse genossen werden, aber auch für warme Sommerabende bietet die Terrasse ein schönes Plätzchen. Gerade im Sommer hat die Terrasse aber auch einen großen Nachteil, denn oft ist es einfach viel zu warm, um länger in der prallen Sonne zu sitzen. Abhilfe kann hier eine Terrassenüberdachung schaffen. Eine Möglichkeit hierfür wäre eine Markise, die meist an der Hauswand befestigt und bei Bedarf ausgefahren werden kann. Solche Markisen sind jedoch recht teuer, insbesondere wenn es sich um Sonderanfertigungen außerhalb der Standardmaße handelt. Etwas kostengünstiger ist ein Sonnensegel, das an mehreren Pfosten befestigt wird. Ein solches Sonnensegel passt optisch jedoch eher zu modernen Häusern.
Der passionierte Heimwerker kann sich seine Terrassenüberdachung aber durchaus auch selber bauen. Dadurch spart er nicht nur Kosten ein, sondern hat den großen Vorteil, dass er seine Überdachung so gestalten kann, wie es ihm am besten gefällt. Zudem passt eine romantische Terrassenüberdachung aus Holz, die mit Kletterpflanzen begrünt ist, sowohl zu einem älteren Haus mit rustikalem Charme als auch zu einem eher modernen Gebäude. Die folgende Bauanleitung versteht sich dabei als eine Art Grundanleitung und kann je nach Platzangebot und Geschmack verändert werden. Ob für eine Terrassenüberdachung eine Baugenehmigung nötig ist, regeln die Landesbauordnungen unterschiedlich, meist abhängig von Fläche, Tiefe und Lage, weshalb vorab beim örtlichen Bauamt nachgefragt werden sollte.
Materialliste für die Terrassenüberdachung
- 4 10 x 10cm Balken als Außenpfosten, 240cm lang
- 2 5 x 10cm Balken als Querbalken, 240cm
- 2 5 x 10cm Balken als Querbalken, 230cm
- 8 10 x 10cm Balken als Stützstreben, 49,5cm lang
- 5 Sparren, 6 x 14 x 280cm
- Holzschrauben aus rostfreiem Edelstahl
- Markisenstoff, Kletterpflanzen oder andere Abdeckung nach Wunsch
Bauanleitung für die Terrassenüberdachung

1. Schritt: das Grundgerüst bauen
Zuerst wird das Grundgerüst für die Terrassenüberdachung aufgebaut. In diesem Beispiel deckt die Terrassenüberdachung eine 240 x 240cm große Fläche ab. Wird die Überdachung größer gebaut, müssen eventuell mehr Balken als senkrechte Pfosten positioniert werden. Die Terrassenüberdachung kann entweder an der Hauswand befestigt werden oder frei stehen. Freistehende Pfosten müssen aber immer stabil und sicher im Boden verankert sein. Hierzu können, je nach Ausgangssituation, beispielsweise Balkenschuhe oder einbetonierte Pfostenanker verwendet werden.
Das Grundgerüst der Terrassenüberdachung besteht aus vier Außenpfosten, die mit Querbalken verbunden und durch acht Streben gestützt werden. Zunächst werden dabei die vier Außenpfosten positioniert und befestigt. Darauf werden dann die Querbalken montiert. Zum Schluss werden dann noch die acht Stützstreben angebracht.
2. Schritt: die Sparren zuschneiden und befestigen
Wenn das Grundgerüst steht, werden die Dachsparren montiert. Diese erhalten jedoch zuvor Ausschnitte. Die Ausschnitte werden jeweils 5cm breit und 7cm hoch gearbeitet und liegen 20cm von den Außenkanten entfernt. Dadurch können die Dachsparren auf die Querbalken gesteckt werden. Dies sorgt zum einen für etwas stabilere Verbindungen, zum anderen sieht es optisch schöner aus. Die zugeschnittenen Dachsparren werden nun also auf die Querbalken aufgelegt und verschraubt. Die beiden äußeren Sparren sitzen dabei jeweils eine Pfostenbreite (10cm) von der Außenkante entfernt, so dass zwischen den Dachsparren ein lichter Abstand von jeweils 47,5cm bleibt.
3. Schritt: die Terrassenüberdachung ausgestalten
Die Grundkonstruktion für die Terrassenüberdachung ist damit fertig. Woraus das Dach gearbeitet wird, bleibt grundsätzlich dem eigenen Geschmack überlassen. Eine Möglichkeit wäre, Bahnen aus Markisenstoff zu verlegen, die beispielsweise im Wechsel über und unter den Dachsparren verlaufen können. Eine natürliche Terrassenüberdachung kann mithilfe von Kletterpflanzen erstellt werden. Möglich ist aber auch, Profilplatten oder Trapezbleche zu verlegen. Bei einer solchen festen Eindeckung muss die Konstruktion zusätzlich Schnee- und Windlasten tragen, daher sollten Sparrenquerschnitt und Sparrenabstand anhand der Herstellerangaben der Platten und der regionalen Schneelast geprüft werden, im Zweifel von einem Statiker.
Anleitung zum Mitnehmen
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