Schuhregal selber bauen
Schuhe für den Alltag, Turnschuhe, Sandalen für den Sommer, schicke Pumps für den Abend, Stiefel: Allein zur Grundausstattung gehören schon verschiedene Schuhe. Kommt dann noch ein Faible für Schuhe dazu, sammelt sich schnell eine beachtliche Anzahl an. Diese Schuhe wollen natürlich angemessen untergebracht sein. Schuhschränke und Schuhregale aus dem Möbelladen sind jedoch oft recht teuer und zudem mitunter viel zu klein. Der Schuhfan kann sich jedoch behelfen, indem er sich sein Schuhregal einfach selbst baut. Eine Anleitung dafür gibt es hier!
Ein Schuhregal zum Selbstbauen
Die Hauptakteure in einem Schuhregal sind natürlich die Schuhe. Deshalb kann das Schuhregal selbst eher schlicht gehalten sein.
Wir haben uns ein Schuhregal ausgedacht, das einfach nachzubauen ist und dabei sehr viel Platz bietet.

Das Regal besteht aus Leitern, auf die die Regalböden aufgelegt werden. Durch die treppenartige Bauart wirkt das Regal nicht zu wuchtig. Wie groß das Regal gebaut wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack und Bedarf überlassen. In unserer Anleitung ist das Regal zwei Meter breit. Die hohe Seite ist 184 cm hoch, die niedrigere Seite hat eine Höhe von 115 cm. Das Regal hat fünf Böden, die sich über die gesamte Breite erstrecken, und drei kürzere Regalböden. Diese Anordnung versteht sich aber natürlich nur als Anregung. Wer sein Schuhregal kleiner oder größer, höher oder niedriger bauen möchte, kann die Materialliste einfach entsprechend anpassen.
Die Materialliste für das Schuhregal
| 4 Kanthölzer | 184 x 3 x 3 cm |
| 2 Kanthölzer | 161 x 3 x 3 cm |
| 2 Kanthölzer | 138 x 3 x 3 cm |
| 2 Kanthölzer | 115 x 3 x 3 cm |
| 34 Kanthölzer | 30 x 3 x 3 cm |
| 5 Holzbretter | 200 x 30 x 2 cm |
| 1 Holzbrett | 150 x 30 x 2 cm |
| 1 Holzbrett | 100 x 30 x 2 cm |
| 1 Holzbrett | 50 x 30 x 2 cm |
Außerdem werden Holzschrauben und der Akku-Schrauber benötigt.
Ein Schuhregal selber bauen – so wird’s gemacht
1. Die Leitern bauen
Für das Schuhregal werden zuerst die Leitern gebaut. Sie bilden die Füße des Regals und gleichzeitig die Auflageflächen für die Regalböden. Jede Leiter besteht aus zwei langen Kanthölzern als senkrechte Streben, zwischen die die 30 cm langen Kantholzstücke als Querstreben montiert werden. Dabei werden die Querstreben wie folgt platziert:
- Die unterste Querstrebe wird in 10 cm Höhe angebracht.
- Der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Querstrebe sowie zwischen allen weiteren Querstreben beträgt jeweils 20 cm.
- Die oberste Querstrebe wird mit 10 cm Abstand zur Oberkante des senkrechten Kantholzes montiert.
Befestigt werden die Querstreben mit jeweils zwei langen Schrauben pro Seite. Um zu verhindern, dass das Holz reißt, sollten die Schraublöcher aber vorgebohrt werden.

Nach diesem Schema werden alle Leitern gebaut. In unserem Beispiel besteht das Regal aus insgesamt fünf Leitern. Dabei werden die höchsten Leitern aus den 184 cm langen Kanthölzern und acht Querstreben gebaut. Die niedrigsten Leitern sind 115 cm hoch und haben fünf Querstreben.
2. Die Regalböden auflegen
Sind die Leitern fertig, ist die Hauptarbeit bereits geschafft und das Regal kann zusammengesetzt werden. Dazu werden die Leitern so aufgestellt, dass der Abstand zwischen der linken Außenkante der vorderen Leiter und der rechten Außenkante der darauffolgenden Leiter 50 cm beträgt. Dann wird das erste Regalbrett aufgelegt. Das Regalbrett schließt bündig mit den Querstreben ab. Um das Regal zu stabilisieren, wird das Regalbrett von oben mit den Querstreben verschraubt. Nach und nach werden so alle Regalböden aufgelegt und befestigt. Weil das Regal hoch und nur 30 cm tief ist, sollte es zusätzlich an ein paar Punkten mit Metallwinkeln an der Wand befestigt werden, damit es nicht kippen kann. Steht das Regal stabil, können die Schuhe eingeräumt werden.
Zweite Variante: hängendes Schuhregal aus Seil und Holzböden
Wenn der Platz im Flur knapp ist, lässt sich ein Schuhregal auch hängend bauen: Regalböden auf einem Seil, an der Wand oder Decke befestigt. Inklusive Anleitung, wie ihr das Holz mit Tee, Kaffee oder Essig einfärben könnt.
Diese Materialien braucht ihr für das DIY-Schuhregal
- Regalböden oder andere Holzbretter, zum Beispiel 120 x 30 cm groß
- Seil, 10 bis 15 mm dick
- Bohrmaschine und Holzbohrer im Durchmesser des Seils
- 2 Deckenhaken zum Einschrauben und 2 Dübel
- Zollstock und Bleistift
- Papier oder Pappe und Locher für die Bohrschablone
Wie viele Bretter ihr für euer DIY-Schuhregal verarbeitet, bleibt natürlich eurem eigenen Geschmack überlassen. Für ein eher kleines Regal reichen womöglich zwei, drei Bretter aus. Eine größere Schuhaufbewahrung kann auch aus fünf oder sechs Ebenen bestehen.
So könnt ihr die Böden vom Regal färben und altern lassen
Für einen modernen und klaren Look könnt ihr euch im Baumarkt einfache Regalbretter zum Beispiel aus Fichtenleimholz besorgen. Sie sind nicht sehr teuer und in vielen verschiedenen Formaten erhältlich.
Soll das DIY-Schuhregal ein rustikaleres Design bekommen, könnt ihr aber auch alte Bretter verbauen. Oder ihr nehmt neue Bretter und trimmt sie auf alt. Dafür könnt ihr aus Zutaten, die ihr wahrscheinlich ohnehin im Haus habt, eine Beize anrühren.
Ein Hinweis vorweg
Ähnlich wie eine Lasur oder ein Holzöl überdeckt eine Beize die Holzmaserung nicht, sondern betont sie. Dabei entsteht der Effekt zum einen durch die enthaltenen Farbstoffe in der Beize. Zum anderen reagiert die Lösung chemisch mit dem Holz.
Je nach Holzart und Beize kann das Ergebnis deshalb sehr unterschiedlich ausfallen. Damit es keine bösen Überraschungen gibt, solltet ihr eine selbstgemachte Beize daher vorher an einem Reststück oder einer später nicht sichtbaren Stelle ausprobieren.
Schwarzer Tee für einen warmen, rötlichen Braunton
Für einen warmen Braunton, der ins Rötliche übergeht, kocht ihr einen Sud aus Schwarztee. Gebt dafür mehrere Esslöffel losen Tee oder ein paar Teebeutel in ein Glas und gießt sie mit kochend heißem Wasser auf.
Den Sud lasst ihr dann so lange ziehen, bis das Wasser kalt ist. Danach schüttet ihr den Sud am besten durch ein feines Sieb oder eine Filtertüte. So ist sichergestellt, dass ihr keine Teekrümel auf euren Brettern habt.
Mit einem Pinsel tragt ihr den Sud anschließend auf die Bretter auf, je nach gewünschtem Look entweder gleichmäßig oder nur stellenweise. Wenn das Holz trocken ist, seht ihr die Farbe. Ist euch die Färbung nicht stark genug, tragt ihr einfach noch einmal eine Schicht auf.
Kaffee für ein kühles Braun
Kaffee färbt unbehandeltes Holz in einem kühlen Braunton ein. Für die Beize gebt ihr vier gehäufte Esslöffel Kaffeepulver in ein Glas und übergießt den Kaffee mit einem halben Liter kochendem Wasser.
Wenn der Kaffeeaufguss kalt ist, pinselt ihr damit eure Bretter ein. Geht ihr später mit Natron oder mit der Essig-Eisen-Beize (siehe unten) über den Anstrich, wird die Farbe dunkler, gräulicher und kann einen Grünstich bekommen.
Essig und Eisen für eine graue bis schwarze Farbe
Sehr dunkle Bretter könnt ihr mit einer Beize aus Essig und Eisen gestalten. Dafür gebt ihr eine gute Portion Stahlnägel in ein Schraubglas. Die Nägel können ruhig schon rostig sein. Alternativ oder zusätzlich dazu könnt ihr Stahlwolle oder Topfreiniger nehmen.
Das Schraubglas füllt ihr dann ungefähr zur Hälfte mit Essigessenz auf. Schraubt den Deckel nur locker auf und stellt das Glas an einen gut belüfteten Ort, da bei der Reaktion Wasserstoffgas entsteht. Die Beize muss nun mindestens einen Tag lang ruhen. Je länger ihr die Mischung stehen lasst, desto stärker ist der Färbeeffekt.
Wenn ihr eure Bretter mit der Beize einpinselt, kommt es zu einer chemischen Reaktion zwischen der Beize und den Gerbstoffen im Holz. Je höher der Gerbstoffgehalt ist, desto dunkler wird das Holz. Tragt die Lösung deshalb nur sehr sparsam auf. Die endgültige Farbe seht ihr erst, wenn das Holz komplett trocken ist.
Natron zum Einfärben
Natron wird zum Backen und als Reinigungsmittel verwendet. Aber das Pulver eignet sich auch gut für eine natürliche Beize. Denn Natron ist leicht basisch und reagiert mit den Gerbstoffen, die im Holz oder in einer vorher aufgetragenen Beize enthalten sind. Unbehandeltes Holz wird dadurch etwas dunkler und bekommt einen gelblichen bis bräunlichen Ton; je gerbstoffreicher das Holz ist, desto stärker ist der Effekt. Eine Beize wird ein bisschen dunkler.
Für das Färbemittel verrührt ihr einige Esslöffel Natron mit kaltem Wasser. Anschließend pinselt ihr eure Bretter großzügig mit dem Natron-Wasser ein. Sollte nach dem Trocknen eine Schicht aus Natron auf dem Holz liegen, könnt ihr diese mit einer Bürste einfach entfernen.
So wird das DIY-Schuhregal gebaut
Unser DIY-Schuhregal ist eine prima Lösung, wenn ihr recht viele Schuhe, aber nur wenig Stauraum habt. Denn wir bauen das Schuhregal als Hängeregal. Dadurch nimmt es keine Stellfläche weg. Und auch krumme und schiefe Wände sind kein Problem. In diesem Fall hängt ihr das Regal nämlich einfach ein paar Zentimeter weiter von der Wand weg. Aber der Reihe nach!
1. Schritt: eine Bohrschablone anfertigen
Für das DIY-Schuhregal müsst ihr später in jeden Regalboden vier Löcher bohren. Und damit das Regal gerade hängt, sollten die Löcher alle ziemlich genau übereinanderliegen.
Nun wäre es natürlich möglich, die Bohrlöcher bei jedem Brett einzeln auszumessen. Aber ihr könnt es euch auch viel einfacher machen, indem ihr euch eine Bohrschablone bastelt.
Nehmt dafür ein Stück Papier oder Karton. Dann messt ihr von einer Ecke aus den gewünschten Abstand zwischen den Kanten und dem Seil ab. Damit die Stabilität erhalten bleibt, können das zum Beispiel 3 cm sein. Anschließend stanzt ihr den markierten Punkt mit dem Locher aus. Schon ist eure Schablone fertig.
2. Schritt: die Regalböden bohren

Eure Schablone legt ihr nacheinander an allen vier Ecken der Bretter an und markiert die Bohrlöcher mit dem Bleistift.
Anschließend nehmt ihr euch die Bohrmaschine und bohrt an den markierten Stellen einmal komplett durch die Regalböden durch. Arbeitet die Bohrlöcher dabei im gleichen Durchmesser wie euer Seil. Und achtet darauf, dass ihr den Bohrer gerade haltet.
3. Schritt: das Seil ausmessen und markieren
Weiter geht es mit dem Seil. Messt aus, wie hoch euer DIY-Schuhregal werden soll. Von dem Seil schneidet ihr dann zwei Stücke ab, die gut doppelt so lang sind wie die Höhe. Soll das Schuhregal zum Beispiel 180 cm hoch werden, schneidet ihr die beiden Seile etwa 400 cm lang zu. Die Zugabe braucht ihr für die Knoten.
Nun nehmt ihr die beiden Seile und legt sie in der Mitte zusammen. An den Mittelpunkten werden die Seile später in die Deckenhaken eingehängt. Markiert euch diese Punkte deshalb. Von den Mittelpunkten aus messt ihr dann nach unten und kennzeichnet euch die Stellen für die Regalböden. Dort knüpft ihr nachher Knoten.
Die Abstände zwischen den Böden könnt ihr natürlich beliebig wählen. So um die 30 cm sind für Schuhe aber ein gutes Maß. Kommen Kinderschuhe in das Regal, könnt ihr die Abstände auch etwas kleiner wählen. Und einen Boden könnt ihr weiter nach unten setzen. Hier finden dann Stiefel ihren Platz.
4. Schritt: die Böden auf das Seil fädeln

Jetzt müssen die Bretter und die Seile miteinander verbunden werden. Nehmt dafür ein Seil und schiebt ein Ende von oben nach unten durch das vordere rechte Loch vom ersten Regalboden. Dann knüpft ihr unter dem Brett einen Knoten.
Anschließend folgt ihr dem Seil ein Stück nach oben und knüpft einen weiteren Knoten an der nächsten Stelle, die ihr euch markiert habt. Nun nehmt ihr den zweiten Regalboden und fädelt das Ende des Seils von unten durch das vordere rechte Loch. Schiebt das Brett so weit nach unten, bis es auf dem Knoten aufliegt.
Danach knüpft ihr den nächsten Knoten und fädelt einen weiteren Regalboden auf. So fahrt ihr fort, bis alle Regalbretter verarbeitet sind.
Auf der anderen Seite geht es dann wieder zurück nach unten. Hier schiebt ihr das Seil also von oben nach unten durch das hintere Loch auf der rechten Seite und bindet einen Knoten unter dem Brett.
Anschließend führt ihr das Seil durch den nächsten Regalboden und sichert ihn ebenfalls mit einem Knoten. So arbeitet ihr euch durch alle Bretter. Unter dem untersten Brett knüpft ihr einen letzten Knoten. Überschüssiges Seil könnt ihr danach abschneiden.
Das Ganze wiederholt ihr auf der anderen Seite. Hier ist noch wichtiger, darauf zu achten, dass die Regalböden gerade sind. Sind alle Bretter fixiert, ist das DIY-Schuhregal fertig.
5. Schritt: das DIY-Schuhregal aufhängen
Nun müsst ihr euer selbstgebautes Schuhregal nur noch aufhängen. Markiert euch dazu zwei Punkte in der Decke, die den gleichen Abstand zueinander haben wie die beiden Seile. Nachdem ihr die beiden Löcher gebohrt habt, schraubt ihr die beiden Deckenhaken zusammen mit den Dübeln ein. Haken und Dübel müssen dabei für den Deckenbaustoff und das Gewicht des voll beladenen Regals geeignet sein.
Dann hängt ihr das DIY-Schuhregal in die Haken. Und schon könnt ihr eure Schuhsammlung darauf präsentieren!
Übrigens: Bleibt auf dem Regal Platz übrig, könnt ihr ihn für Deko nutzen. Ein paar Fotos von der Hochzeit und den Kindern, eine Schale für den Schlüsselbund und eine Pflanze lassen den Eingangsbereich gleich noch hübscher aussehen …
Anleitung zum Mitnehmen
Materialliste, Bauzeichnung und alle Schritte auf einer Seite – zum Ausdrucken oder als PDF speichern. Kostenlos und ohne Anmeldung.
Anleitung drucken oder als PDF speichern